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Da Fata und Maulolo das Recht bekamen, den Titel Gatoaitele zu vergeben, und diesem Titel in der Verbindung namentlich mit Tamasoälii Heeresfolge von Tuamasaga geleistet wurde, so wuchs die Macht der beiden Rednerhäuptlinge sehr. Sie nannten sich fortan Laumua.
Nach Stuebel p. 92 und 93 gab Malietoa Uituaalagi, der Vater des La'auli folgendes Vermächtnis aus Dank für seinen Sohn, der ihm eine seiner schönen Frauen abgetreten hatte: „Sohn, icli danke dir für dein gutes Betragen und es soll geschehen, dass, wenn dir der erste Sohn geboren wird, er mit dem Titel (papä) bekleidet wird; wenn das Kind geboren wird, so soll nämlich jemand den Ususuruf erheben, und das soll die Ausrufung zu dem Titel sein, und wenn dir ein zweiter Sohn geboren wird, so soll auch dieser mit dem Titel bekleidet werden (nämlich nach dem Tode des älteren Bruders); die später geborenen Kinder deines Geschlechtes sollen den Titel auch auf den Tuiatua überleiten, so dass auch mit diesem der Titel verbunden ist.“ Welcher Titel liier gemeint ist, ist zwar nirgends gesagt, aber es kann darüber kein Zweifel sein, dass dies der Titel Gatoaitele ist. Jedenfalls hat Uituaalagi aber dabei an sein Abhängigkeitsverhältnis zu den Tumna gedacht, indem er aussprach, dass der Titel späterhin auch dem Tuiatua verliehen werden solle, die um jene Zeit zweifellos mächtiger waren als die Tuiaana, bis durch Salamasina die Tuiaana-Linie die Oberhand bekam. Wenn Stuebel zum Schluss sagt,, „die Festsetzung der papä rührt von Malietoa her“, so ist das nur insofern richtig, als durch diesen neuen Titel im späteren Verein mit dem Tamasoäli'i der tafa'ifa geschaffen wurde, „der vierbetitelte“, so dass es erst nach dieser Zeit einen wirklichen König von Samoa giebt. Doch waren die Machteingriffe der Nafanua hier massgebender; siehe A. c. 2.
Über die Entstellung der Titel und der Königschaft siehe die Geschichte der Verfassung II. a. 1.
8, Die Würde des Tamasoali'i 1 ('O le papa 'o Tamasoali'i).
Gatoaitele maGasolo sa nonofoiFale- 'ula. Ona ta'oto 2 lea i ai 'o le ali’i 'o Fola- säitu ma le Sanaläla. Ona ö atu pea lea 'o tagata 'ua tafafao i tamaita'i i aso e tele. Ona fesili lea 'o le aualuma: '0 ai na ali'i e ö mai so'o lava i lo tatou fale ? Ona tali atu lea 'o Gatoaitele ma Gasolo: '0 soa o ali'i 3 e ö mai ia te i maua. 'Ua loto Malietoa ma Auimatagi ia nofo Gatoaitele ia Fola- saitu. Ona toe ö atu lea 'o Folasaitu ma le Sanaläla e aumomoe i le isi aso. Ona musa lea 'o le Sanaläla i Foga'a. Ona mana'o ai lea 'o Gatoaitele ia Sanaläla. Ona fa'a- pea lea 'o le 'upu a Gatoaitele ia Gasolo: Funa e, sau inä e molia Faleata ma Folasaitu, auä 'ua loto i ai Iota tamä ma Aui- matagi, 'a 'o a'u nei 'ua 'ou mana'o tele ia Sanaläla, 'o le a 'ou alu 'ou te nofo ai. 'A e a agaleagaina 'oe e Folasaitu, ona e sau lea tä fa'atasi ia Sanaläla; 'aea agaleagaina
Gato.aitele und Gasolo lebten in Fale'ula; es bewarben sich um sie die Häuptlinge Folasaitu und Sanaläla. Stetig kamen Leute, an vielen Tagen, um die Mädchen zu besuchen. Und es trug die Aualuma: Wer sind jene Häuptlinge, welche stets in unser Haus kommen ? Es antworteten Gatoaitele und Gasolo: Die Brautwerber der Häuptlinge kommen zu uns beiden. Malietoa und Auimatagi (Malie) wünschten, dass Gatoaitele den Folasaitu heirate. Eines Tages kamen Folasaitu und Sanaläla zur Werbung wieder. Da sprang Sanaläla auf einem Bein in Foga'a herum; da wünschte Gatoaitele den Sanaläla sich zum Gatten; und sie sprach zu Gasolo die Worte: Mädchen, komm und gehe mit Folasaitu nach Faleata, denn dies verlangt mein Vater und Auimatagi von mir, während ich sehr den Sanaläla begehre, mit dem ich gehen will, um mit ihm zu leben. Wenn du von Folasaitu schlecht behandelt wirst, dann komm, dann wollen wir zusammen mit Sanaläla leben. Wenn ich aber schlecht von Sanaläla behandelt werde, dann komme ich, dann wollen wir beide mit Folasaitu
1 Tamasoali'i ist dev Titel von Safata (alataua), wo die beiden Rednerhäuptlinge Soa und Alapapa das Verfügungsrecht über ihn haben. AVird meist mit Gatoaitele zusammen verliehen.
a ta'oto = aumoe im Hause der Braut schlafen, Brautwerben. Daher der Titel tama soa ali'i die jungen Männer, die Brautwerber der Häuptlinge. Auch die Tochter der Gasolo, die Vaeatamasoali'i, welche den Titel mit nach Safata brachte, erhielt von den Brautwerbern ihren Namen. Es scheint, dass, als Folasaitu und Sanaläla als Brautwerber im Hause der Mädchen schliefen, die Bevorzugung des letzteren so weit ging, dass er nachts ins Muskito-Netz der Mädchen
(eine Abschottung im Hause, fa'ata'aulama genannt) zu kriechen wagen durfte. Die Hüterinnen der Mädchen horten das Flüstern (musumusu). Sie sahen nach und fühlten neben den vier Mädchenbeinen noch zwei Männerbeine. Als die Mädchen am andern Morgen zur Rede gestellt wurden, sagten sie: Dies waren die „Fiisse der Brautwerber der Häuptlinge“ Vae a tama soa ali'i. Dieser AVitz hat ihnen offenbar so gut gefallen, dass sie nach ihrer Vereinigung mit Sanaläla dem ersten Mädchen zum Andenken diesen Namen gaben unter AVeglassung von ali'i.