Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
Entstehung
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7. Safata

aus zwei Teilen bestehend, alataua und Satununiafono. Das östlich gelegene alataua teilt sicli in die Dörfer Mnlivai, Tafitoala, Fausaga und Fusi, während Satununiafono aus Yaie'e, Niusuatia, Lotofagä, Satäoa und Sa'anapu besteht. Die räumliche Trennung dieser beiden Teile findet durch eine grosse Lagune statt, welche einem Inlandsee vergleichbar weit ins Land hineinreicht und östlicli eine Halbinsel bildet, auf der Fausaga und Fusi liegt. Diese Halbinsel ist ebenso schmal wie Mulinu'u bei Apia, besonders bei Fausaga an der Knickung ist eine sehr schmale Stelle und der Mangrovesumpf reicht dort bis an die in der Nähe des Lagunenstrandes gelegenen Häuser. Ich bemerke dies, weil auf der englischen Admiralitätskarte das Land an jener Stelle sehr breit eingezeichnet ist. Aber nicht allein in der Form, sondern auch in der Art der Bildung stimmen beide Halbinseln überein, indem sie aus Lagunensand durch Entgegenwirken auf- und ablandiger Ströme gebildet zu erachten sind. Östlich von Fausaga, nur wenige Minuten, liegt Tafitoala, wo der Weg von Apia über die Berge aus- mündef. Dies liegt in nächster Nähe eines an Stärke dem Yaisigano gleichenden Flusse und zwar an dessen rechtem Ufer, während auf der linken Seite alsbald Mnlivai beginnt, das auch östlich von einem Fluss be­grenzt ist, also zwischen zwei Wassern liegt. Ostwärts folgt dann Siumu, das man von Fausaga aus in einer Stunde erreicht. Hinter Tafitoala lag ehemals am Flusse das Dorf Yaimaga; die grosse Brackwasserlagune von Safata wird Leasaga genannt. An ihrem westlichen Ufer, nicht an der Strandlagune, liegt Yaie'e, wo die Regierung von Safata ist. Die Brackwasserlagune mündet in die Riff lagune durch eine schmale Strasse aus, welche direkt in den grossen Riffeinlass von Safata führt (siehe Karte). Die Entstehung des Riffeinlasses ist bei Turner p. 245 geschildert; die Geschichte ist schon bei I'aulualo von Ralauli fp. 6b) 1 berührt. Westlich an der Rifflagune liegen die übrigen vier Dorfteile, Sa'anapu schon in ziemlicher Nähe der westwärts sicli ausdehnenden Steil­küste. Hier ist die Brandung oft so stark, dass man wegen des Rauschens nicht schlafen kann; daher auch Galutatu genannt. Yaie'e mit dem malae Togamau ist bekannt dadurch, dass hier einst der grausame Tupuivao wohnte (siehe A. c. 9). Zwei Stunden inlands von Yaie'e ist die Höhle Se'uao, in der in alter Zeit eine geschlagene Kriegspartei sich verbarg. Da ihr nicht beizukommen war, sollte sie ausgeräuchert werden. Nur durch die Gewandtheit eines alten Redners entgingen die Leute in der Holde dem sicheren Untergang (siehe Stair p. 48). In Yaie'e finden die fono von Safata statt. Alo geht als Bote zur alataua, von der die grossen Rednerhäuptlinge Soalaupule und Alapapa zum fono kommen und das erste Wort haben. Dann folgt Lutu von Yaie'e, dann die übrigen von Satununiafono und zum Schluss wieder Soa und Alapapa. Ama spricht in Kriegssachen, wie Matai'a in Faleata. Soa und Alapapa sind es auch, welche den Titel Tarnasoäli'i für Safata vergeben, dessen Entstehung sich an die Tochter des Manu'a in Lotofagä knüpft und welcher mit Gatoaitele zusammen die Gefolgschaft von Tuamasaga bestimmt (siehe b. 8).

Der Name Safata stammt von Fata, dem Sohne des Atiogie, welcher auf dessen und seines Bruders Malietoa Savea Geheiss hierher ging, damit Safata als alataua der Regierung von Tuisaman und Auimatagi nütze (siehe c. 21. Als erste Stimme dieser alataua wurde Li'o von Siumu bestimmt, wie auch dem Tuliaupupu in Letogo eine ähnliche Ehre zukommt (siehe Yaimauga und den fono von Tuamasaga). Dass das AYörtchen Sa in Safata sich auf einen Fidjianer Sa von Fonaui in

1 1aulualoder Eindringer in den Bauch des Fisches Hess sich von einem grossen gefährlichen Fiseli, der die Apolimastrasse unsicher machte, sanimt seinen zwei Söhnen im Auslegerboot verschlingen. Im Magen des Fisches an­gekommen , begannen sie die Leibeswand mit ihren Bambusmessern zu bearbeiten, so dass der Fisch in seinen grossen Schmerzen auf Land rannte. Dabei brach er den Iüffeinlass von Safata durch und so entstand auch der Hafen.

A. Krämer, Die Samoa-Inseln.

A'o. 24. Soa von Safata.