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Da Aaiia und Atua keine alataua haben wie Savai'i (p. 72 und 8D und Tuamasaga, wo Safata diese Stelle eimiimmt, so übernehmen hier die Vororte Leulumoega und Lntilnti gewisser- niassen diese Ohliegenheit. Die folgende Geschichte gieht ein gutes Abbild, was man ungefähr unter alataua zu verstehen hat, nämlich ein Angnrengesehäft, bei dem die grossen Rednerhäuptlinge die Harnspices sind, die von ihrem Familien- oder gar Distriktsdämon inspiriert werden. Daher erklärt sich zugleich auch die Macht dieser Rednerhänptlinge, die seihst für dämonische Menschen (aitntagata) gehalten wurden und sogar heute noch werden. Dieses Beobachten von Zeichen wurde ja sonst auch noch geübt, namentlich in Kriegszeiten, wann die einzelnen Dorfschaften die ihnen heiligen Tiere, welche für sie inkarniert waren, beobachteten. So achtete Manono auf den Reiher, Saleimoa auf die Eule n. s. w. Flog solch ein Vogel den Truppen voraus, so galt dies als ein gutes Zeichen, flog er ihnen entgegen, so kehrten sie um; Vaimanga (Apia) achtete in selbem Sinne auf den Donner inlands und meerwärts als der Stimme des Oktopns n. s. w. Im Kriegsfälle zogen im allgemeinen Leulumoega und Lnfilnfi aber nicht mit in den Kampf; sie blieben zu Hanse und beteten um Erfolg, was man auch wohl als fa'aalataua bezeichnen kann, und dasselbe ist, was bei Falealnpo ip. 80) und bei einigen Orten auf Tntnila und Manu'a als tnpna'ina angegeben ist. Im übrigen siehe über alataua den Sachenindex VIII. b. Es folgt die Erzählung:
Vorbereitung zum grossen Fono von Aana.
'Afaia lea fono tele i Ma'anga a Leulumoega ma Aana 'uma, 'o e mnamna ona fai 'o le fono ma aitn. 'A o'o i le vaeluaga
0 le ])ö, ona teufen lea 'o Galn ma Le man a e lavalava i 'ie töga ma siapo. Ona usn lea 'o le fono i le faletele i Leulumoega, e tatu’u 'uma pola o lenä fale-, 'a e tasi le pola e sisi na 'o le pola i le itn i tna. Ona ö mai lea 'o ali'i nä e to'alna, 'ua inaulu i le fale 'ua ta'itasi 'o la tala 'ua nonofo ai. 'A 'o i ai le tasi tagata ma niu e ta. Ona tita'e 5 , ona 'ave lea 'o le tasi niu ia Galn, 'a e 'ave le isi ia Mana, 'a e 'ave le tasi i le pon i le itu a luma, 'a e 'ave le tasi i le itu i tna. E sä lava ona tautala 'o se tasi o i laua. Ona nonofo lava lea onä ali’i. Ona o'o lea
1 le tafa o ata, ona aln atu lea ’o le tagata sana 'avatu niu, 'ua alu e 'au mai 'a'ano. 'A fa'apea e tago atu i niu, 'o i ai pea suaniu, ona iloa lea e le'i usufono aitu. Ona fa'a- noanoa lea 'o Galu ma Leina na; 'a e a tago atu, 'ua 'uma le inu o sua, ona iloa 'ua usufono aitu. Ona tupu lea 'o lo laua flafla. 'Ua malama le taeao, ona usn mai lea 'o Aana 'uma lava. Ona lafo loa lea 'o le mau.
Ona 'uma ai lea 'o le fono.
Wenn ein grosser fono in Ma'auga von Leulumoega und ganz Aana gehalten werden soll, dann wird erst ein aitufono 1 abgehalten. Wenn nämlich Mitternacht herannaht, dann schmücken sich Galu und Le- mana 2 , indem sie sich mit feinen Matten und Rimlen- stotf bekleiden. Dann gehen sie zum fono im Grossen Haus zu Leulumoega, und es werden alle Vorhangmatten 3 jenes Hauses heruntergelassen, nur eine auf der Rückseite des Hauses wird oben gelassen. Dann gehen die beiden Häuptlinge 4 ins Haus hinein und jeder setzt sich in eine Hausrundung und bleibt dort. Ausserdem ist noch ein Mann da mit vier Nüssen; er schlägt sie auf und bringt die eine Nuss dem Galu und die andere dem Mana, die dritte bringt er zu einem Posten an der vorderen Hausseite und die vierte nach der hinteren Hausseite; es ist sehr verboten, dass einer von beiden spreche. Es bleiben nun jene Häuptlinge sitzen, bis die Morgenröte lieranbriclit, und nun geht der Mann, der die Kokosnüsse brachte, hin, um das Fleisch der Nuss zu holen. Wenn er nun in die Nuss greift, und es ist noch Kokos- fruclitwasser darin, dann weiss man, dass der Dämon nicht zum fono kommt. Dann sind Galu und Lemana traurig. Aber wenn er fühlt, dass alles Kokoswasser “ausgetrunken ist, dann weiss man, dass der Dämon zum fono kommt; dann steigt ihre Freude. Wenn nun der Morgen kommt, dann kommt ganz Aana zum fono. Dann geben sie preis, was der Dämon ihnen vertraut hat.
Dann ist der fono zu Ende.
1 d. h. ein fono, bei dem der aitu gefragt wird. Ein Augurium.
2 Galu ist Häuptlingsname des Alipia, Lemana ist Häuptlingsname des Agilau, ersterer vertritt die Sausi-, letzterer die Folasaitu-Familie.
3 pola, die Matten, die aussen das Haus bekleiden, tags oben zu sein pflegen, nachts aber, wenigstens an der Windseite, heruntergelassen werden.
4 Eigentlich ali'i tulafale Sprecherhäuptlinge.
5 tita'e, das Aufschlagen der Nüsse zum Trinken.
6 Man unterscheide Kokoswasser, das Fruchtwasser der Nuss, gewöhnlich Kokosmilch genannt, und Kokoskernsaft, der ausgepresste Saft des geschabten Kernes.
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