Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
Entstehung
Seite
112
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loa lea 'o Pulele'i'ite i Savai'i. Ona tasi ist keine wirkliche Sitzstange, sondern eine Frau für

lea 'o le vaiaso la'na va'ai Malietoa, ona Pulele'iite. Darauf ging- alsbald Pulele'i'ite nach Savai'i.

sanni. Ona aln loa lea 'o Malietoa i Fnd in einer kurzen Frist war auch Malietoa reisefertig.

Savai'i. Ona inu 'ava ane lea i ai 'o Pule- Darauf ging Malietoa alsbald nach Savai'i. Pulele'i'ite

le'i'ite,'ua alu ane ma le lau'ava niu'amu'a 1 , trank mit ihm Kawa zusammen, und er brachte ihm

'a 'o le faletele o Pulele'i'ite 'na tumu lava eine Kawablattsprosse, aber das grosse Haus des Pule-

i pua'a, 'ua noanoa i pou lalo 'uma lava o le'i'ite war voll von (gekochten) Schweinen, welche alle

le fale. Ona o'o lea i le itu 'o le a fai an die unteren Pfosten des Hauses aufgebunden waren,

ai le taumafätaga, ona talai 'uma lava lea o Als die Stunde der Maidzeit herankam, da wurden alle

pua'a i lalo. Ona fai atu ai lea 'o Pule- die Schweine heruntergelassen. Darauf sprach Pule­le'i'ite: Po 'ofea se tüla o lo'u lupe? 'A lei'ite: Wo ist die Sitzstange für meine Taube? Darauf

ua 'avatu nei e Malietoa 'o le fusi pan nia brachte Malietoa ein Bündel Bauholz und ein Bündel

le fusi olasina 'atoa la'au 'ese'ese o le vao e Olasinaholz, und alle verschiedenen Hölzer des Waldes,

aogä ma tüla o lupe; e le iloa lava e Madie- welche zu Sitzstangen für Tauften gebraucht werden;

toa le uiga o le 'upu a Pulele'i'ite. Ona denn Malietoa verstand die Bedeutung der Worte des

fai atu loa leao Pulelei'ite: Alii,'ita Pulele'iite nicht. Darauf sprach Pulele'i'ite: Herr, ich

lava, 'o 'oe se tupu; ia 'ua e 'aumai nei dachte, du seist ein König. Du brachtest mir Hölzer;

la'au; 'o Ion mauatu, e oge la'au Savai'i, du dachtest wohl, liier sei Mangel an Bäumen in Savai'i,

na'u fai atu foi e te 'aumaia sa'u avä. Ona aber ich meinte, du solltest mir ein Weib bringen,

le toe tautala loa lea 'o Malietoa. 'A 'o le Darauf sprach Malietoa nicht mehr. Da Malietoa das

toe. o Sagolegole 11 a mana'o i ai Malietoa, Überbleibsel von Sagolegole wünschte, so ging Pulele'iite

'ua alu Pulele'i'ite,'ua'aumai. Ona aln atu und brachte es. Darauf ging alsbald dMalietoa nach

loa lea '0 Malietoa i Fpolu. Fpolu.

3. Die Geschichte von Li'ava'a und Tu'uleama'aga.

Li'ava'a, der Sohn des Va'afuti von der Tagaloa-Linie (b. 5. gen 15), lebte in Tufu Gautavai. Er war sehr grausam. Er stellte Leute von Tufu bis Yaisä, einem Landstücke zwischen Tufu und Taga, und liess sich so meilenweit das Wasser von Hand zu Hand reichen (tufu lima). Er hielt auch Menschenmahlzeiten. Wenn er ferner ein hübsches Mädchen sah, so machte er sie tapü (tapui) für die andern, selbst wenn das Mädchen noch ein Kind war. So geschah es mit Tugatugalei, einer Tochter von Pai und Lafai in Aopo, welche schon in sehr jungem Alter von Liava'a dazu ausersehen worden war, später seine Frau zu werden. Als nun Tugatugalei herangewachsen war, ging sie eines Tages von dem Inlanddorfe Aopo zur Küste hinab, um Seewasser zu holen, das man zur Bereitung gewisser Speisen braucht. Unterwegs passierte sie den Platz Anini bei Sasina, wo der Häuptling Tu'uleama'aga gerade seine Tauben fliegen liess (faalele um andere herbeizulocken und zu fangen). Als er Tugatugalei erschaute, begehrte er sehr nach ihr, und er forderte sie auf, seine Frau zu werden. Aber sie sprach: Ich bin tapui von Li'ava'a. Und er: Komm immerhin und sei meine Frau. Darauf schliefen sie zusammen. Hernach gingen sie zusammen zur Küste; sie füllte ihre Flaschen mit Salz­wasser und er holte seine Fischkörbe auf, die voll Fische waren, und er gab die Fische seiner Ge­liebten, damit, sie dieselben zu ihren Eltern nehme. Als diese die Fische sahen, fragten sie: Was ist das? Woher sind die Fische? Und sie antwortete: Es sind die Fische des Tuuleama'aga. Darauf fragten die Eltern wieder: Ihr habt wohl Unfug getrieben? Und wieder antwortete das Mädchen: Ja, er will mich zur Frau haben. Da ängstigten sich die Eltern und hielten es geheim, als ihre Tochter schwanger wurde. Bald kamen auch schon die Boten des Li'ava'a, um Tugatugalei für sein Haus zu holen. Doch ehe sie schied, sah sie noch einmal Tu'uleama'aga, und er gab ihr folgende Abschieds­worte mit auf den Weg:Wenn du ein Mädchen gebierst, so soll Fale'afa den Namen geben, wenn einen Knaben, so heisse ihn Apiolefaga, weil icli mit Körben fischte. Darauf ging sie zu Li'ava'a und lebte mit ihm. Als man sah, dass sie schwanger war, dachte die Salemuliana, dass sie von Li'ava'a schwanger sei. Als sie nun gebar, schrie das Kind fortwährend, und so kam es, dass es bei allen Leuten von Hand zu Hand ging, die es zu besänftigen strebten. Erst nach einigen Wochen

1 lauava niu'amu'a: Eine Kawablattsprosse. Er sagte: E leai sina mea lelei nau'umia mai, na'o0 le lau 'ava niu'amu'a. Nichts Gutes habe ich für dich fassen können, nur eine Kawablattsprosse habe ich. Die Sprecher gebrauchen dieses Wort heute noch als Zeichen der Bescheidenheit.