Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
Entstehung
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6. Amoa

bestellt aus den Dorfteilen (von Süd nach Nord): Sasa'ai, Saipipi, Lago, Asaga und Puapua, hinter welch letzterem ehemals das Inlanddorf Leuo gewesen sein soll, ln Lago ist der malae Matofa. Die einzelnen Dorfteile sind zum Teil erheblich von einander getrennt, so dass man nahezu Vh Stunden zum Durchmarsch braucht, und Puapua ist von diesen selbst wieder so gross, dass es wieder in drei Teile, Safou, Lusia und Fogaseuga (Süd) zerfällt, wie es ja z. B. auch in Vaimoso bei Apia der Fall ist. Während aber Vaimoso auf einem Haufen liegt, dehnt sich Puapua eine Viertelstunde lang am Strande aus; Lusia und Fogaseuga liegen sogar einige Minuten auseinander, durch eine Brackwasser­lagune, wo auch eine hübsche Süsswasserquelle, getrennt. Es ist deshalb begreiflich, wenn Puapua sich auf den meisten Karten als selbständiges Dorf eingetragen findet. Im Norden stösst Puapua unmittelbar an den 3 V 2 Stunden breiten Wald, der es von Lealatele trennt. Puapua liegt am offenen Strand. Die Rifflaguue ist hier mit zahlreichen Mangroven besetzt, von denen einzelne in Baum- grösse weit vom Lande mitten in der Lagune stehen, und es wird dadurch bei Hochwasser der Ein­druck hervorgerufen, als ob es sich hier um eine Überschwemmung handle. Gegenüber von Puapua befindet sich ein Riffeinlass, ava 0 i'a eva, des wandernden Fisches genannt. Es handelt sich dabei um den anae oso von Fiti, den springenden Anae, den Mugil, und um dieselbe Sage, wie sie in den Manu'a-Überlieferungen No. 11 und 12 von Fiti erzählt ist, wie auch in c. 12. Hier liegt auch der Tümpel des 'Ae, '0 le vaivai 0 'Ae, welcher von Tigilau ermordet wurde (siehe c. 14). Puapua (Fogaseuga) ist nur fünf Minuten von Asaga entfernt , welches durch einen 10 m breiten Fluss mit fliessendem Wasser, Matavai mit Namen, in zwei Teile geteilt ist. Zehn Minuten südlich von Asaga ist Lago, in dessen Umgebung viele Brackwasserlagunen sind; auch Lago ist in zwei Teile geteilt, die zehn Minuten auseinanderliegen, deren specielle Namen mir aber nicht bekannt sind. Südlich von Lago ist das Ufer streckenweise steinig und felsig, und man gelangt nach zwanzig Minuten an eine felsige Landspitze, die ein prächtiges Quellwasser beherbergt. Jenseits von dieser Landspitze liegt in sandiger Bucht Saipipi (grosse Brackwasserlagune), das man in fünf Minuten durchwandert, und nach Umschreitung einer neuen kleinen steinigen Landspitze gelangt man nach Sasa'ai mit schöner Kirche und grossem Dorfplatz, das in kleiner Bucht, wie Saipipi, mit dem erwähnten, Faga zugehörigen Salimu vereint liegt.

Der Name Amoa ist nicht sicher gedeutet. Turner p. 255 giebt an, dass hier ein Häuptling, Moa, während der Tonganerinvasion ein Fort hatte, oder dass eine Dame, Moa aus Fidji, hier einen Häuptling, Nonu, geheiratet haben soll. Auch giebt Turner an, dass ehemals in Amoa die Mädchen die Männer gefreit haben. Nach Stuebel p. 129 soll hier der Donner verehrt und das Eigentum in seinen Schutz (den Blitz, tabu) gestellt worden sein. Nach demselben p. 147 soll die Mutter des aitu Saolevao, mit Namen Fulu ulaalefanua, aus Amoa gestammt haben.

Amoa bildet mit Tufu Gataivai und Salailua zusammen die bekannte Salemuliana (b. 2).

Amoa gilt aber wegen seiner Satuala-Familie auch als eine aiga der Tuiaana, wie Lealatele und Asau auf Savai'i.

Tulouga ia na 'oe Sa 1 e m u 1 i a n a tulouga na 'oe luapule '0 Lepulealeu'u ma Seali'imalietoa aläla mai 'oulua matua fetalai '0 Segi

ma Malaeulu afifio mal usoali'i fa'afeagai

tulouga lau afioga Tofa

tulouga a lau afioga Va'afusuaga ma Toleafoa

Gegriisst du Salemuliana gegrüsst du Zweimacht Lepulealeu'u und Sealiimalietoa möget ihr weise im Rate sitzen die Sprecherältesten Segi

und Malaeulu

in Ehrfurcht willkommen Bruder­häuptlinge , die ihr einander gegenüberwohnt gegrüsst deine Hoheit Tofa

gegrüsst deine Hoheit Va'afusuaga und Toleafoa,

das faleupolu.

die beiden Rednerhäuptlinge, Essensver- teiler (siehe c. 7).

Segi ist ein Sohn von Muliananotoa und Tauaga von Amoa (b. 2); die Töchter von Segi gingen zahlreiche Ehen ein.

Malaleulu ist ein Sohn des Muliana Vailolo (b. 2), der die Ana'imatofa von Amoa heiratete.

ist ein Sohn des Va'afusuaga, Enkel von Segi (b. 9) und der Taele'asa'asa, der Schwester von Vui etc. (Satuala).

die Mutter des Va'afusuaga ist Atamulau, die Tochter des Segi (b. 9).