Abschnitt zurückkommen werde. Wie aber beim Empfang des Titels Matten verteilt werden, so geschieht es auch beim Tode eines Titelhäuptlings. In beiden Fällen sind es die Familien des Titelhäuptlings, welche die Matten zusammenbringen, beim Tuiaana zumeist die Satuala, beim Tuiatua die Salevalasi und Safenunuivao, je nach der Verwandtschaft. Diese letzteren Sterbematten werden 'ie o le lagi genannt, „Matten des Himmels“, und werden allen Dienern des Verstorbenen ausgehändigt. Diese Sitte stammt von dem Könige Galumalemana, wie aus folgender Geschichte ersichtlich:
'O le feagaiga a Galumalemana 1 r o Letele- malanuola lona afafine.
Der Vertrag des Galumalemana mit seiner Tochter Letelemalanuola.
'A fa'apea 'ua maliu se aloali'i po 'o se tupu, po'o se atali i o Tuimaleali'ifano, po'o se atali'i o J'amafana; 'o se ali’i o nä ali'i 'ua maliu, 'a e faia lona lagi. E nma- mua ona fola atu 'o se 'ie toga lelei lava 111a mea sä 2 a Letelemalanuola, auä, 'a 'avatu iai se toga leaga, ona ita lea ma fa'apea ana upu: Ao ona tusaga 3 lava ia oti ‘uma lava lau fanau. 'A fola atu le töga, 'a e talia e le tamaita'i, ona fa'ato’a tali ai lea 'o toga 4 o le lagi ia Samoa 'uma. E fa'apea lava ona faia 'o feagaiga 'uma lava a tupu.
Wenn ein aloali'i stirbt oder ein König oder ein Sohn des Tuimaleali'ifano, oder ein Sohn des J'a- mafaiia; wenn einer dieser Häuptlinge stirbt, dann macht man sein lagi. Zuerst breitet man eine sehr schöne feine Matte aus als das geheiligte Geschenk der Letelemalanuola; weil, wenn man eine schlechte Matte bringt, dann ist sie böse und spricht folgende Worte: Möchten dafür alsbald alle deine Kinder sterben. Wenn man die Matte ausbreitet, und die Frau nimmt sie an, dann erst können die feinen Matten des Himmels an ganz Samoa verabfolgt werden. Das ist der Vertrag, den alle Könige eingehalten haben 1 2 3 4 5 .
Im folgenden will ich nun die Geschichten einzelner Staatsmatten, 'ie o le malö genannt, auffuhren, woraus am besten alles weitere ersichtlich ist.
Lagava'a (Pipiimale'ele'ele, Moeilefuefue, Tasiaeafe) 6 .
Als das Boot des Savea Si'uleo ausPulotu von Fiti kam, wurde diese Matte an Bord von einem Ehepaar, Fane'a und Fane'a, geflochten; daher ihr Name „Schiffgeflochten“ 7 . Sie landeten in Saginoga, einem Landstück südlich von Salailua, wo die Vollendung der Matte erfolgte. Als sie fertig war, legte die Frau sie unter ihre Schlafmatte, worauf die feine Matte mit der Erde verklebte; daher hiess sie Pipi’imale'ele'ele. Fane'a, der Mann, starb. Fane'a, die Frau, schlief stets auf der festgeklebten Matte und klebte nun ihrerseits auf der Matte fest. Aus dieser peinlichen Lage befreite sie Tapu von Auala (Vaisala) und nahm sie als Frau mit sich. Da aber Fane'a’s Hände, weil sie die heilige Matte geflochten hatten, tapü waren, musste Tapu seine Frau füttern, und wurde ihrer deshalb bald überdrüssig. Fane'a nahm die Matte und ging nach Saletele in Safune 8 ; dort schlief sie nachts mit der Matte im Schlingkraut des Strandes, wovon die Matte den weiteren Namen Moeilefuefue erhielt. Fane'a lebte nun mit einem hohen Sprecher Namens Paopao, gebürtig aus dem Inlanddorfe Paia und gebar ein Mädchen, welches ihrer Lahmheit halber den Namen Pipili erhielt. Als Pipili heranwuchs, wurde sie sehr schön und so geschah es, dass ein Mann von Lea- latele mit Namen Lafoniu 9 , vom atulefisclien an der Küste kommend, sie auf dem Paiaweg er-
1 Galumalemana (siehe Tuiaanalinie IV. A. b. 2) heiratete in V. Ehe die Sauimalae, die Tochter des Tuimaleali'ifano Tuitalili. Ein Sohn aus dieser Ehe war J'amafana und eine Tochter die Lanuola. Letelemalanuola ist der sa'oaualuma Name der Tuimaleali'ifano-Familie (IV. A. b. 11). Alle Nachkommen des Galumalemana heissen aloali'i (IV. A. c. 4).
2 Mea sä, heilige Gabe, heisst die Matte, die ein Bruder seiner Schwester bringt; wie tamasä, „der Schwestersohn“. (Siehe VIII. b.)
3 Ao ona tusaga = ao ona tau oder ‘o le mea lea = deshalb, dafür; tusaga = usaga = zur selben Zeit.
4 Das Empfangen heisst talitöga.
6 Auch beim Tode des Malietoa Laupepa wurde dies eingehalten. Man brachte die Matte dem Fonoti in Amaile als Nachkommen der Tuitofä To'oä (siehe IV. A. b. 11). Die Malietoafamilie war hier der Bruder, die Tuimaleali'ifano- familie die Schwester.
6 Siehe die Tutuilageschichten V. c. 2 und 4; dieselbe Geschichte im wesentlichen ähnlich bei v. Bülow No. 17 in zwei Lesarten.
7 lalaga: flechten, va'a: Schiff.
8 Bei der Einfahrt mit dem Boote wurde der Riffeinlass Vaiu'u in Safune eingebrochen (v. Bülow).
0 Der Mann hiess nach v. Bülow Tanuvasavasamanaia (siehe diesen IV. A. b. 14), und entführte sie dem So'oalo von Safotu.