Abteilung II.
Die Entstehung von Samoa, seiner Verfassung, Verwaltung
und Gesellschaft.
a. Verfassung und Ehren (ao).
1. Geographischer Begriff und Name von Samoa; die Geschichte seiner
Verfassung und seine Titel.
Pie Samoa-Inseln bestellen aus vier Teilen, nämlich Savai'i, Upolu, Tutuila und Manu'a. Es ist richtiger, sie liier als Teile zu unterscheiden, da nur Savai'i eine Insel für sich allein ist, während Upolu zahlreiche kleine Nebeninseln hat, wie llanono, Apolima, Nu'ulopa im Westen, Nu'utele, Nu'ulua, Namua und Fanuatapu im Osten; Tutuila besitzt noch eine Nebeninsel Aunu'u, und llanu'a ist sogar nur ein Sammelbegriff für die drei kleinen Inseln Taü, Olosega und 'Ofu, und ostwärts davon liegt sogar noch eine-unbewohnte Koralleninsel, das Rose-Atoll, von den Samoanern Muliava genannt. Diese geographische Einteilung deckt sich, um es vorwegzunehmen, vollständig mit der politischen, nur dass hiebei von diesen Nebeninseln nur Manono, Apolima und Aunu'u in Betracht kommen, da die andern alle unbewohnt sind. Auf die Geographie dieser Inseln hier näher einzugehen, ist nicht der Zweck dieser Arbeit. Dieselbe findet sich aus den Navigationshandbüchern und Reisebeschreibungen zusammengestellt bei Meinicke : „Die Inseln des Stillen Oceans.“ Obwohl das Buch schon um das Jahr 1870 erschienen ist, bringt es doch alles Wesentliche, da seit jener Zeit in geographischer Hinsicht nur Vereinzeltes über Samoa veröffentlicht wurde. Ebenso steht es mit den Karten, auf denen Samoa immer noch im grossen Ganzen so eingetragen ist, wie es durch die United States-Exploring-Expedition unter Wilkes (1838—42) vermessen worden ist. Englische und vor allem deutsche Kriegsschiffe haben zwar zahlreiche Häfen neu untersucht, aber das Gesamtbild ist dadurch nicht verändert worden. Alle späteren Karten der englischen Admiralität und des hydrographischen Amtes zu Berlin fussen immer noch, soweit sie ganz Samoa betreffen, auf der oben erst erwähnten Vermessung. So steht es auch mit einer neuerdings bei Perthes in Gotha erschienenen, von Langhans herausgegebenen Karte der Samoa-Inseln, die neben allen den geographischen Fehlern auch alle die falschen Namen bringt, als ob bis jetzt nichts über Samoa veröffentlicht worden wäre. Für Richtigstellung der Hauptnamen wenigstens habe ich in den nachstehenden Blättern das möglichste gethan, wenn auch Fehler mit untergelaufen sein mögen. Betreffs der Topographie aber kann ich nur der Hoffnung Raum geben, dass bald eine trigonometrische Totalvermessung, wenigstens von Deutsch- Samoa, stattfinden möge. Einzelne kleinere geographische Notizen wird man indessen bei der Aufzählung der einzelnen Dorfschaften und Distrikte eingestreut finden, aber zur Richtigstellung kann ein solches Material nicht ausreichend sein, insbesondere wo grössere Länderteile, wie z. B. der ganze Ostteil von Upolu, nicht einmal in den Umrissen festliegen. Die Kärtchen, welche ich dem Texte