Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

Ifijf

; : .fMHW

22

atu. Tufäia ma se manuia, 'o la'u 'ava lena a le tula fale.

'Aumai le ipu a le ali'i!

'0 le tulafale e inu i lau 'ava, 'a'o le ali'i e inu i le ipu.

fertig, und muss nun ausgeteilt werden. Sie wird aus­geteilt mit Glückwünschen, diese Kawa des Sprechers. Bringt den Becher für die Häuptlinge !

Die Sprecher trinken ihreKawa, während die Häuptlingeden Becher trinken.

Jetzt beginnt der Sprecher die Kawa auszurufen (tapa), der Bangordnung nach mit den Häupt­lingen beginnend, wie z. B. '0 le ipu lenä a Suatele! Dies ist der Becher des Suatele! Dann die

übrigen Häuptlinge, und zum Schluss die Sprecher, bei denen nur gesagt wird: '0 le 'ava a.!

die Kawa des.! Bei den Titelhäuptlingen pflegen aber besondere Gebräuche, wie erwähnt, statt­

zufinden, wie z. B. beim Tuimann'a, bei dem gerufen wird'au mai le ipu! indem das Wort ipu hier nur diesem zukonnnt. Beim Tuiatua ruft man: 'Aumai Alagofa'atasi! während beim Tuiaana nichts gerufen wird. Beim Malietoa heisst der Ausruf: Taumasina, 'aumai Seufagafaga! (Erklärung beim Malietoastammbaum IV. B. b. 1 Einleitung), oder gar bei lato von Tutuila: 'Aumai le ipu talale motu, 'aumai Fiataugaluia! u. s. w. Zahlreiche Vorrechte treten hiebei auf, wie z. B. bei Afama- saga zehn Muscheltrompeten geblasen werden (siehe fono Aana), wie Leota mitten im malae trinkt und dann den Kokosnusskern isst (siehe fono Atua) und die Faleata-Leute den Becher ähnlich den Goten unter sich kreisen lassen, anstatt ihn zurückzugeben (fl]). Faleata). Aber dies sind alles Aus­nahmen. Die täglichen gewöhnlichen Kawatrnnke finden in eben erwähnter Weise statt oder je nach den Umständen noch weit einfacher.

b. Die vorgeschichtliche Zeit.

1. Die Entstehung der Götter, der Häuptlinge und des Volkes von Samoa.

Ohne Anfang war das Bestehen des höchsten Gottes Tagaloa. Wie in der christlichen Beligion hat dieser höchste Gott (atua) zahlreiche Beinamen, so Der Schöpfer fa'atupunu'u, Der Unermessliche nimonimo, Der Wunderthätige le mana u. s. w., welche die Samoaner aber weniger als Beinamen, vielmehr als Brüder, Söhne oder Nachkommen des Himmelsgottes Tagaloaalagi ansehen, die sie als SatagaloaTagaloa-Familie zusammenfassen, nicht unähnlich den Titanen. Die Wohnungen und Eigenschaften dieser Götter linden sich hinreichend beschrieben in den Manu'a-Überlieferungen (Ab­teilung VI), indem die Insel Taü hier als isolierter Kegel ähnlich dem Weltberg Meru, vom Okeanos umflutet, die Mitte der samoanischen AYelt darstellt. Die Götter wohnen im achtfältigen Himmel, wie ja der indische Meruberg in acht Abstufungen geteilt gedacht wird.

In Abteilung A T I. c. 1 findet sich auch geschildert, wie die hohen Häuptlinge, die Tuimann'a, direkt aus diesen Göttern hervorgehen und wie das gemeine A T olk aus verrottetem Schlingkraut entsteht, das sich in Maden (ilo) umformt, und wie die Boten des Tagaloa diesen Maden die Glieder aus dem Leibe ziehen und ihnen die Seele (agaga) bringen. Dagegen fehlt so ziemlich in den Manu'a-Handschriften der Hinweis darauf, welcher Art und Abstammung die Frauen waren, mit denen Tagaloa die Häupt­linge zeugte. AVir finden diese Sagen dagegen sehr häufig im westlichen Samoa, und zwar sind es stets dämonische AA T esen, welche die Stammesmütter der Häuptlingsfamilien sind, wie ja allerdings alle Menschen, die in jener Zeit genannt werden, einen dämonenhaften Anstrich haben; ich erinnere nur an Pili. Einer solchen Verbindung der Tagaloalagi mit einem Dämon entsprossen auch die Tuiaana, wie zu sehen. Im Gegensatz zu den eigentlichen Himmelsgöttern atua nannte man die Dämonen aitu 1 2 . Die Entstehung dieser ist nun sehr mannigfach und ihre Zahl unbeschränkt. Ich weise unter anderem auf die Savai'i-Geschichte (III. c,. 1) hin, in welcher die Entstehung zweier der mächtigsten Dämonen von Samoa geschildert wird. Es heisst dort, dass sich die rote Erde mit der braunen Erde verband und den aufrecht stehenden Felsen zeugte und dass dieser (Papatü) sich mit der Felsenerde (Papa'ele)

1 Die Annahme v. Biilows, dass diese Sage durch die Missionare entstellt worden ist, habe ich in der Einleitung zu Abteilung VI zu widerlegen versucht.

2 Stair, p. 211, teilt die Untergütter in tupua deifizierte Seelen der Häuptlinge, aitu Dämonen, und sauali'i Geister. Letzteres heisst aber nurMenschenfresser, und jeder Häuptling, der ein solcher war, wurde für einen aitu gehalten.