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Drei Briefe an die Freunde deutscher Afrika-Forschung, colonialer Bestrebungen und der Ausbreitung des deustchen Handels / von Ed. Robert Flegel
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Zukunft noch bewiesen zusehen, daß au praktischer Bedeutn ng die Barth'sche Entdeckung des Beuuöstromes der Stau- lep'scheu Großthat stets würdig zur Seite stehen wird.

Die Frucht war damals noch nicht reif, heute aber ist sie es und will gepflückt sein. Beweisen nur denn den Manen des großen deutschen Forschers, was wir versäumten, dem Lebenden zu bezeigen. Verständniß und Würdigung seines edlen Strebeus, seiner hohen Errungenschaften durch die That. Bauen wir ihm ein Fahrzeug, das seinen Namen trägt, mit der Bestimmung, seine Hoffnungen zu verwirklichen; ein Fahrzeug der 'modernen Civilisation", wie es sein geistiges Auge damals (Juni l8ö)1) den Beuuö herauskommen sah und möchten diesem zahlreiche andere folgen mit denAlles überwindenden Kräften des Nordens", mit rüstigen Deutschen, Söhnen königlicher Kaufleute der alten Welthandelsstädte Hamburg-und Bremen, die nichts schreckt, wenn es gilt, die Herrlichkeiten und Schätze der weiten Welt zusammen zu tragen zu Nutz und Frommen ihrer Landsleute, zur Erhöhung der Freuden, zur Linderung der Leiden der Menschheit, zur Mehrung des Reichthums, des Ruhmes und der Pracht der stolzen Hansa.

Abutschi am Niger, 18. August 1886.

Ed. Robert Flegel.

Dritter Brief.

Inhalt: 1. Von der Bedeutung wissenschaftlicher Stationsbeobachtnngen.

2. Ueber das Wo, WaS und Wie meiner Praktischen Ziele.

Der Tag ist nicht mehr fern, an welchem es eine Unmöglichkeit geworden sein wird, einen der Coutiuente aus völlig neuen uubetretenen Pfaden zu kreuzen, die zur Lösung wichtiger geographischer Probleme führen, denn wir leben wieder in einem großen Entdeckungs­zeitalter, das kaum seinen Höhepunkt erreicht haben dürfte, nach der Zahl der im Felde stehenden Forscher, dem Eifer derselben und den täglich neu zur Fahne strömenden Freiwilligen zu urtheilen, deren Schicksalen und Thaten das regste Interesse der ganzen gebildeteil Welt mehr denn je gehört.

Diese gesunde und erfreuliche Zeitströmuug überfluthet nicht nur befruchtend alle Wissenschaften mit einer Fülle neuer Erfahrungen, sondern scheint auch namentlich bei Uns in Deutschland bestimmt, socialen Noth­ständen abzuhelfen, und verspricht uns eine neue, vielverheißeude Aera in unserer nationalen Weltstelluug zu eröffnen.

Die gegenwärtige Generation ist zu der Hoffnung berechtigt die allgemeine Kenntniß der Coutiuente in ihren wichtigsten Grundzügen