Erster Brief.
Seit 1875 beschäftigt mich der Gedanke 18-. Heinrich Bartb's, die einzige natürliche nnd kataraktenfreie Wasserstraße des schwarzen Erdtheils, den Niger-Benue, zu benutzen, um:
der deutscheil Asrikaforschung den bequemsten, gefahrlosesten und biltigsteil Weg zur endlichen Entschleierung der letzten Geheimnisse des Herzens der „Ethiopia" zu zeigen;
die Freunde colonisatorischer Bestrebungen auf ein Land aufmerksam zu machen, das, weil tropisches Bergland, sehr möglich alle Borzüge der Tropen mit einem dem Europäer zuträglichen >Uima verbinden könnte;
dem all der Westküste von Afrika stark betheiligten deutschen Handel Mittel und Wege an die Hand zu geben, sich nach dem bekanntlich viel gesunderen und viel größere Handelsvortheile versprechenden Innern auszubreiten.
Damals war es allein die feste Ueberzeugung, das Rechte getroffen zu haben, wenn auch Manches sich in Wahrheit anders als gedacht erweisen sollte — welche mir die trefft verlieh, allein gegen den Strom traditioneller Anschauung in Bezug auf Unternehmungen von der Westküste Asrika's, den: verrufenen Busen von Benin aus, anzukämpfen. Seit 1879 durch die glückliche Fahrt des „Henry Benn" nnd noch mehr durch meine letzte Reise (März 1882 — Februar 1R89) nach dem Duellgebiet des Bennv geht mir praktische Erfahrung zu Gebote nnd nach dieser kann ich meine seit 1879 oft gemachten Borschläge nur anss Neue dringend Ihrer Beachtung empfehlen:
Eentralisirung der deutschen Bestrebungen zur Erschliehung Asrika's in Adamana;
Errichtung von ivissenschastlich-eommerziellen Stationen daselbst; gründliche Durchforschung des Landes auf dessen Werth für Handel und Eolonisation;
Beschaffung eines kleinen Dampfers znr freien, unabhängigen Bewegung des ganzen Unternehmens, Beförderung von Mit-