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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
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Betrieb und Verkehr

Übermittlung von Nachrichten, die sich nicht auf den Dienst der Eisen­bahn beziehen, nur mit Genehmigung der Postverwaltung benutzt wer­den. Im übrigen gelten für die Beförderung von Privattelegrammen durch den Bahntelegraphen die von der Reichs-Postverwaltung fest­gesetzten Tarife und sonstigen Bestimmungen. Eine Verpflichtung zur Beförderung von Privattelegrammen entsteht hierdurch für die Bahnverwaltung nicht.

Da die Wahrnehmung des Dienstes der Reichs-Post- und Telegraphen­verwaltung in den Schutzgebieten, die dem Reichs-Postamt nicht dem Kolonialamt untersteht, infolge der noch wenig entwickel­ten wirtschaftlichen Verhältnisse zurzeit nicht ohne Reichszuschuß durchzuführen ist, so würde die Abwälzung aller Leistungen der Eisen­bahnen, die diese jetzt zugunsten der Post ausführen, auf die Post­verwaltung letzten Endes die Wirkung haben, diesen Reichszuschuß noch zu erhöhen, während gerade seine Verminderung allgemein an­gestrebt wird. Bei dieser Sachlage muß man sich damit abfinden, daß die Schutzgebietseisenbahnen bis auf weiteres mit den bisherigen Leistungen für die Post- und Telegraphcnverwaltung werden belastet bleiben müssen.

Für die Überlassung von Dienst- und Wohnräumen in den Bahn­gebäuden der Schutzgebiete an die Postverwaltung wird dieser an Miete 10 v. H. der auf die Räume entfallenden Baukosten und 4 v. H. der etwaigen anteiligen Grunderwerbskosten in Rechnung gestellt.

Betriebsergebnisse

der deutschen Schutzgebietsbahnen.

Auf den deutschen Schutzgebietsbahnen hat sich der Verkehr und sein Erträgnis im allgemeinen bisher zufriedenstellend entwickelt. Wenn auch einzelne unserer Kolonialbahnen bereits eine Reihe von Betriebsjahren hinter sich haben z. B. die Usambarabahn 10, die Tanganjikabahn 7, die Togoküstenbahn 10 Jahre, so wäre es doch nicht richtig, aus den Betriebsergebnissen dieser verflossenen Jahres­reihe ein Bild der bisherigen wirtschaftlichen Entwicklung der Bahnen herzuleiten. Denn einstweilen sind noch zu viele störende Einflüsse vorhanden, die sich in einzelnen Jahren abwechselnd stärker und schwächer geltend machten und die Stetigkeit der Entwicklung erheb­lich beeinträchtigten: vor allem die Baufrachten, die in den Zeiten der angespannten Eisenbahnbautätigkeit den Verkehrsumfang und das Erträgnis beträchtlich anschwellen und insofern das Bild der Ent­wicklung einerseits zu günstig erscheinen lassen; dann wieder das fortgesetzte Hinzutreten neu cröffneter, im Anfang außerordentlich verkehrsschwacher Strecken, die das bisherige Ergebnis eines bereits kräftig entwickelten Verkehrs, zugleich mit dem Abflauen der Bau­frachten, zunächst erheblich verschlechtern und dadurch wiederum andererseits leicht zu irrigen Schlüssen verleiten könnten. Erst wenn nach Vollendung des Ausbaues der Linien ein gewisser Beharrungs­zustand im Bahnverkehr eingetreten sein wird, wird sich eine stetige