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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
Seite
439
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Erfrischungsstationen.

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Kreisen warm befürwortet worden, als ein bedeutungsvoller Fort­schritt und wertvolles Mittel zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Mutterlande und den Schutzgebieten; in­dessen wurden von den beteiligten Kreisen, insbesondere der Kauf­mannschaft und den Reedereien, auch gewisse, nicht von der Iland zu weisende Bedenken dagegen geltend gemacht, namentlich von den Betriebspächtern in der Richtung, daß die Einführung durchgehender Tarife das Abrechnungswesen der Schutzgebietsbahnen erschweren werde. Die Angelegenheit machte daher zunächst keine weiteren Fort­schritte, zumal auch die Tarife der Schutzgebietsbahnen noch weiterer Abklärung und Durchbildung bedurften.

Andererseits hat z. B. die englische Union-Castle-Linie durch­gehende Tarife für bestimmte Sendungen von südafrikanischen Bahn­stationen nach London eingeführt. Ebenso besteht seit dem Jahre 1907 für die Eisenbahngesellschaft ParisLyon Mittelmcer und die Societe generale des Transports maritimes ä vapeur ein gemein­samer Ausfuhrtarif für durchgehende Beförderung von Frachtgütern von allen Bahnhöfen des Netzes der genannten Eisenbahngesellschaft über Marseille nach den Häfen von Algier, Bona, Bougie, üran und Philippeville.

Es ist also anzunehmen, daß man der Frage der weiteren Ein­führung von Durchgangstarifen zwischen Mutterland und den Schutz­gebieten erneut nähertreten wird, sobald die Entwicklung und Durch­bildung der Tarife auf den Schutzgebietsbahnen sowie die Landungs- einrichtungen in unseren kolonialen Häfen nach ihrem technischen und tarifarischen Ausbau zu einem gewissen Abschluß gelangt sein werden. Alsdann werden sich diese durchaus erwünschten Durchgangstarife mit der Zeit, voraussichtlich auch gegen die bisher erhobenen Wider­sprüche, von selbst durchsetzen. Der Entwicklung des Verkehrs zwi­schen Mutterland und den Kolonien werden sic sicherlich zugute kom­men und diese dem Muttcrlande näherbringen.

Erfrischungs- und Verpflegungsstationen; Eisenbahn-Gast- höfe; Speisewagen.

Die Einrichtung von Erfrischungs- und Vcrpflegungsstationcn und die Anlage von Eisenbahn-Gasthäusern an wichtigen Unterwegsstationen und den Endbahnhöfen wurde zunächst inOstafrika für dieTanganjika- und Usambarabahn notwendig, um dem Reisenden während der Bahn­fahrt und am Ziel einige Bequemlichkeit zu bieten und ihn der Mühe zu überheben, für seine Verpflegung unterwegs und seine Unterkunft am Ziel durch Mitnahme von Vorräten, Küchen- und Zeltausrüstung u. dgl. selbst zu sorgen. Seit 1912 ist auf der Station Mombo der Usambarabahn für ein Mittagessen der Reisenden Sorge getragen; in Muhesa ist eine Teestation eingerichtet und auch in Same für Verpflegung gesorgt. Für die Tanganjikabahn sind die Schritte zur Bildung einer Hotel- Pacht- und -Betriebsgesellschaft eingeleitet, diese aber noch nicht ab­geschlossen. Es ist geplant, Gasthöfe in Daressalam, Tabora, Kigoma,