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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Niederländisch Indien.

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2. Sumatra.

In Sumatra bestellt, nachdem der Bahnbau 1887 begonnen hatte, an der Westküste ein Netz von Staatsbahnlinien, 245 km, in Kapspur; die Stammstreckc geht von dein Hafen Padang aus und erreicht in nörd­licher Richtung zuletzt mit Anwendung von Zahnradstrecken, die Station ladang-Pandjang des Padanger O berlandes, woselbst sie sich gabelt; eine Linie setzt sich in nördlicher Richtung fort Uber I-'ort de Kock und ge­langt mit einer Wendung nach Osten bis Pajokoemboch, der andere Zweig führt nach Süden, umfährt das Singkarak-Meer auf seiner Ostseite und erreicht über Solok, sich hier nordöstlich wendend, die reichen Kohlen­felder von Ombilin bei den Stationen Moera Kalahan und Sawah- Loento. Ferner besteht eine Zweiglinie von Loeboek Aloeng, Station der erstgenannten Stammstrecke, nach dem Hafen Pariaman der West­küste, und dann dieser folgend, nördlich bis Soengai Liman; eineWeiter- führung ist von hier geplant wiederum ins Innere der Insel bis Loeboek Basoeng.

In Südsumatra wird eine Staatsbahn geplant von dem Hafenorte 'I'elok Betoeng in nordwestlicher Richtung über Batoeradja nach Palembang.

An der Nordwestküste der Insel besteht seit 1876 eine Privatbahn, der Deli-Eisenbahn-Gesellschaft gehörend, von Olehleh an der Nordwestspitze der Insel nach Kotta Radja im Nordwesten, 80 km, in Kapspur angelegt, späterhin auf 92 km verlängert. Der Betriebsüberschuß dieser Bahn verzinste das Anlagekapital im Jahre 1911 mit 12.53 v. II.

Nebenstehend sind die wichtigsten Angaben über die Bahnen von Nicderländisch-Indien für das Jahr 1911 zusammengestellt; wie man erkennt, haben sie sämtlich einen stark entwickelten Güterverkehr und zeigen fast durchweg eine gute Verzinsung des Anlagekapitals. Die zum Teil recht hohen Tarife dürften dazu mitwirken.

An Klein- und Dampftrambahnen, teils Staats-, teils Privat­bahnen, vorwiegend in der Spurweite von 1,067 m (ausnahmsweise kommen die Spurweiten vor von 1,435 m, 1,188 m, 0,75 und 0,60 m), waren in Xiederländisch-Indicn im Jahre 1911 2626 km vorhanden, mit einem Anlagekapital von 108005848 fl.; sie beförderten 44482261 Rei­sende mit 523392037 Pcrs.km und 3283332 Tonnen mit 138703333 tkm; die Roheinnahme betrug 13280172 fl., davon 5817350 fl. aus dem Personenverkehr. Die Klein- und Straßenbahnen haben sich in Nieder- ländisch-Indien als wcm - olles Mittel zur Erschließung des Landes er­wiesen. Lit.: Zschr. f. Kleinb-, 1905, S. 117: Die Kleinbahnen Javas; Deutsche Str.- u. Kleinb.-Ztg., 1909, S. 1281: Die Wirtschaft!. Bahnen auf der Insel Java.

Provinz Schantung.

Die Deutsche Schantung-Eisenbahn.

Als Eisenbalm in dem deutschen Pachtgebiet Kiautschou ist die Deutsche Schantung-Eisenbahn zu nennen; als eine Kolonial-