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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Neukaledonien.

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kleinste Bogenhalbmesser im allgemeinen 300 m. Schienen 25 kg/m. Die Roheinnahmen der noch nicht vollendeten Strecke haben bisher die Betriebskosten meist nicht gedeckt.

Trambahnen. Neben diesen Vollbahnen sind in Indochina 5 Tram­bahnen im Betriebe: nämlich in Hanoi, 13,8 km, elektrisch betrieben; von Phu-ninh-giang nach Kesat und Camgiang, 42,75 km; von Saigon nach Cholon, 5,1 km, über die obere und 6,45 km über die untere Landstraße, von Saigon nach Gooap und Hoemon nebst Zweiglinien, 22,48 km. Endlich besteht noch eine Trambahn von der Stadt Turan nach Taiftt, 24 km. Die Spurweiten betragen teils 1 m, teils 60 cm; der Betrieb geschieht mit Ausnahme der Bahn in Hanoi durch Dampf.

Neukaledonien.

Neukaledonien (oder Baladeaj, seit 1853 französisch, im Stillen Ozean gelegen, neuerdings als Strafkolonie benutzt, ist eine selb­ständige Kolonie unter eigenem Gouverneur. Durch Beschluß vom 16. Februar 1901 wurde sie ermächtigt, eine Anleihe von 5 Millionen Fr. zum Bau einer Bahn von dem Hauptorte an der Südwestküste, Numea nach Dumbea und Burail, in nordwestlicher Richtung entlang der Küste, im ganzen etwa 50 km, aufzunehmen. Die Bauausführung er­folgte im Eigenbetrieb und hatte das wenig befriedigende Ergebnis, daß bis Ende 1904 4 Mill. Fr. ausgegeben, aber nur 16 km Bahn, bis Dumbea, vollendet waren; am 1. Jan. 1905 wurde der Betrieb er­öffnet. Im Jahre 1910 wurde die Verlängerung der Bahn um 13 km Ins Paita mit einer neuen Anleihe von weiteren 3,4 Mill. Fr. beschlossen. Die Bahn hat 1 m-Spur, der Oberbau besteht aus 8 m langen Schienen von 22 kg/m Gewicht, auf hölzernen Schwellen verlegt. Größte Stei­gung 25 a. T., die schärfsten Bogen haben 100 m Halbmesser. An Kunst­bauten sind bemerkenswert ein 203 m langer Tunnel bei Tongbue und eine eiserne Brücke von 47 m Weite über den Fluß Salöe. Die Über­schreitung des Dumbeastromes am Anfang der zweiten Teilstrecke wird die Herstellung einer Brücke von 407m Länge notwendig machen. Es verkehren wochentags 2 Zugpaare, Donnerstags 3, an Sonn- und Festlagen 4. Zurzeit deckt der Yerkehrsertrag noch nicht die Betriebs­kosten, doch hofft man, daß er sich nach Eröffnung der Linie bis Paita durch Ausbeutung einiger Nickel- und Kohlengruben erheb­lich steigern wird. Die Roheinnahmen betrugen: 1907: 57974 Fr., 1908: 56171 Fr., 1909: 51131 Fr.

Niederländisch-Indien.

1. Java.

Von den Ländern Niederländisch-Indiens hat nur Java ein hoch­entwickeltes Eisenbahnnetz. Die Insel Java, die fruchtbarste der vier Sundainseln, 134000 qkm, 1070 km lang, 67 bis 208 km breit, seit