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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Tripolis. Liberia.

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gut bis zum Einzclstückgewicht von 30 kg. Die Fahrpreise betragen für die Person und das km in der ersten Wagenklasse 10, in der zweiten 5, in der dritten 27» Cts. Für Frachtgut werden 5 Cts. für das km und den Doppelzentner bei einem Mindestbetrage von 70 Cts. be­rechnet. Es verkehrt jetzt täglich ein Zug in jeder Richtung mit einer Fahrgeschwindigkeit von 20 bis 30 km/Std.

Von weiteren Neubauten ist geplant der Ausbau der Linie Tri­polis--Azizia über Bir-Kuka bis Gharian (etwa 38 km> und der Linie TripolisZanzur westwärts längs der Küste bis Zuara (etwa 90 km), als Vorläufer einer späteren Verbindung mit der tunesischen Küsten­bahn (150 km); ferner der Ausbau der Linie TripolisTagiura bis Kussabat (etwa 70 km) und Horns (80 km> mit der späteren Weiter­führung bis Slitcn und Misurata.

Alle weitergehenden Pläne zu Eisenbahnlinien ins Innere von Gharian aus nach Gadames (über 400 km) und nach Murzuk, von Gharian oder mit Umgehung des Gebirges von Misurata aus (etwa 700 km), ferner Ausdehnung der geplanten Küstenlinie bis zu den Grenzen der Nachbarländer Ägypten und Tunis sind zunächst als Zukunftsentwürfe anzusehen, deren Inangriffnahme erst nach eingehen­den Vorarbeiten und Erfahrungen mit der weiteren Entwicklung des Landes möglich sein wird.

In Bcngasi (Cyrenai'kai wurden Eisenbahnbauten bisher nicht in Angriff genommen. Sobald als tunlich wird in erster Linie die Ver­bindung zwischen Bengasi und Dcrna, weiterhin eine in das Innere gerichtete Bahn, zunächst etwa nach Merg, in Frage kommen.

Privatkonzessionen zur Herstellung von Eisenbahnen sollen in Tri- politanien und der Cyrcnaika vorerst nicht erteilt werden.

Spanien:

Marokko, vgl. S. 197.

Republik Liberia.

Die seit 1847 selbständige Negerrepublik Liberia besitzt noch keine Eisenbahnen, aber das Beispiel der benachbarten Länder Sierra Leone (britisch) und Elfcnbcinküstc ('französisch'), deren Handel durch den Bahnbau eine starke Steigerung erhielt, hat auch in Liberia anregend gewirkt, so daß hier der Bahnbau neuerdings ernstlich erwogen wird und allgemeine Vorarbeiten aufgestellt wurden. Es handelt sich uin eine Verbindung der wertvollen nördlichen Gebiete des Landes mit der Küste, um für Palmkerne, öl, Gummi, Elfenbein u. dgl. die Aus­fuhr zu ermöglichen.

Es sind zunächst drei Eisenbahnlinien vorgeschlagen: von Mills- burg, auf dem rechten Ufer des St-Paul-Flusses gelegen, in nördlicher Richtung nach Boporu, rund 90 km; von White Plains, am linken Ufer des St-Paul-Flusses, nach Carreysburg, rund 22 km, und von