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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
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Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

dere die Strecken von Monte Cafe nach Magdalena und von Leinnos nach Magdalena, sowie eine Bahn vom Hafen nach Norden entlang der Küste, alle diese Linien im Nordosten der Insel, wo der Ackerbau vor­herrscht; ferner eine Querbahn durch die Insel nach Südwesten-, endi­gend in San Miguel. Die Fahrzeuge der Staatsbahn sollen gleichfalls vermehrt werden. Die Lokomotiven der Staatsbahn sind deutschen Ur­sprungs.

Italien.

1. Erithrea. Die Bahn MassauaAsmara.

Die italienische Regierung hat mit ihrem kolonialen Bahnbau in Erithrea, der lediglich strategischen Zwecken seine Entstehung ver­dankt, infolge der großen Geländeschwierigkeiten nur langsame Fort­schritte erzielt.

Die seit Februar 1885 von italienischen Truppen besetzte Stadt Massaua ist im März 1888, während der kriegerischen Verwicklungen mit Abessinien, Ausgangspunkt einer über Saati 27 km in südwestlicher Richtung nach dem Binnenlande führenden Militär­eisenbahn von 95 cm Spurweite geworden. Dieses Maß wurde von den sizilischen Nebenbahnen des Mutterlandes übernommen, die mit ihren Vorräten an Oberbau und Fahrzeugen aushalfen. Die Bahn wurde später zur Benutzung für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Der Bau dieser Anfangsstrecke kostete nahezu 300000 Lire. Nach längeren Vorbereitungen wurde der Bau im Jahre 1900 wieder auf­genommen und bis zur Station Mai-Athal forlgefiihrt. 1901 begannen neue Vorarbeiten für die in drei Abschnitten herzustellende Bahn Mai- Athal Ghinda, GhindaNefassit und NofassitAsmara. Iin Septem­ber 1906 waren im ganzen 71 km bis Ghinda in Betrieb. Für die Ver­längerung der Bahn von Ghinda nach Asmara wurde durch königlichen Erlaß vom 30. Dezember 1909 die Aufnahme einer Anleihe der Kolonie Erithrea im Betrage von 9750000 Lire genehmigt. Die Verlängerung der Bahn bis Asmara, dem jetzigen Sitz der italienischen Kolonial­regierung, ist vollendet uncl die ganze Strecke, 118 km, seit dem 5. De­zember 1911 im Betriebe. Die Bauzeit hat also im ganzen nahezu 24 Jahre betragen! Die Bahn ist in ihrem letzten Abschnitt Ghinda NefassitAsmara eine Gebirgsbahn mit vielen künstlichen Längen- enlwicklungen, Schleifen und Kehren. Der höchste Punkt der Bahn liegt nahezu 2400 m über dem Meer, so daß sie also der höchsten Höhe der Ugandabahn nahekommt. Die Züge gebrauchen zwischen Massaua und Asmara für die Bergfahrt 7, für die Talfahrt 6 Stunden.

Die Bahnlinie MassauaAsmara zerfällt in die Abschnitte Massaua (laulud)Ghinda 69,4 km und GhindaNefassit--Asmara 48,5 km. In dem ersten Abschnitt erreicht die Bahn von der Küste aus mit einer größten Steigung von 29,95 v. T. in Ghinda eine Höhe von 888 m. Der kleinste Krümmungshalbmesser beträgt 100 m. Der zweite Abschnitt war in der Bauausführung wesentlich schwieriger. Hier