Sahara-Querbahn.
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Die Sahara-Querbahn und sonstige transafrikanische Pläne.
Der Gedanke an eine Verbindung zwischen Algier und Sudan durch eine die Sahara durchquerende Eisenbahn, dessen erste Anregung von dem Ingenieur Duponchel aus dem Jahre 1876 stammt, wird neuerdings von französischen Kolonialpolitikern wegen ihrer Bedeutung für die Wirksamkeit einer „schwarzen Armee" wieder eifrig erörtert. Auch die Handelskammer von Algier hat sich mit dem Plan beschäftigt. J. Saintoyam tritt besonders für eine Linie ein, die das wichtige Bevölkerungsgebiet des Niger mit Algier verbindet. Die von ihm empfohlene Trasse von Colomb Bechar über Tuat zum Niger würde aus folgenden Abschnitten bestehen: 1. Bechar- Taurirt, 600 km. über Igli, Beni-Abbes, Data, Gerjine, Beni-Iklef. Kersas, Kabi, El Maiz, El Kseibal und Adrar. 2. Taurirt—Timbuktu am Niger, 1410 km. über Taudeni und Anechaye, oder Taurirt—Burem, 1250 km, über In Ou/el. Die Verbindung würde dann von da zum Tschadsee in östlicher Richtung forizuführen sein. Das Anfangsglied der Bahn würde also die Strecke (Iran- Ai'n Sefra (’olomb-Bechar bilden.
Sahara-Quer bah n.
Es ist noch eine Reihe ähnlicher, mehr oder weniger abenteuerlicher Pläne entstanden, bei denen der Anfang z. B. weiter östlich in der Strecke Philippeville—Constantine--Biskra—Tugurt gesucht wird, üb überhaupt und in welcher Zeit sich diese hochfliegenden, sehr kostspieligen Pläne werden verwirklichen lassen, ist nicht abzusehen, da sie meist auf schwachen wirtschaftlichen Grundlagen stehen. Die früheren Erkundungsunternehmen zur Erschließung der Wüste Sahara durch Eisenbahnen, von 1876 bis 1899. hatten fast alte mit einem Mißerfolge geendet. — Neuerdings hat Andre Berthelot. der Gründer der Pariser Untergrundbahn, eine Eisenbahnverbindung von Uran und Algier durch die Sahara bis nach Kapstadt, also nach dem Vorbilde der Kap—Kairobalm und unter Benutzung ihres südlichen Teiles, zwischen Nord- und Südafrika vorgeschlagen, vorzugsweise in dem Gedanken, eine viel schnellere Reiseverbindung, als sie jetzt die Dampfer ermöglichen, zu schaffen. Von Antwerpen nach Stanleyville, jetzt 35 bis 40 Reisetage, würde die Reiseverbindung nur noch 5 Tage erfordern; zum Tschadsee würde man, statt in 3 Monaten, in 4 Tagen gelangen. Es wird Vollspurgleis (oder sogar eine noch größere Spurweite) vorgeschlagen, auf der Züge mit großer Geschwindigkeit 60 km/Std. Reisegeschwindigkeit verkehren sollen. Es handelt sich für diesen sog. „Transafricain" um eine Gesamtlänge von 10000 km Bahn, davon ist die Strecke auf französischem Gebiet über Duveyrier bis Colomb-Bechar vollendet; weiterhin soll sie in das Verkehrsstraßennetz von Belgisch-Kongo und der Südafrikanischen l’n'on übergehen.
„Le Transafricain".
Der für die Bahn gedachte Weg verläuft wie folgt: Uran -Igli — Adrar -Eil Aulef ibei Tidikclt) —Silet—Agadös—Nguigni Bir-Alali -