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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
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Französisch-Marokko.

wird. Der Strom wird im allgemeinen mittels dritter Schiene, in der Nähe von Tunis durch Überleitung zugeführt.

Die Strecke SfaxGafsa legt den Gedanken nahe an eine dem- michstige Verlängerung nach Westen zum Anschluß an die algerische Erschließungsbahn IhilippevilleConstantineBiskra mit ihrer nach dem Süden gerichteten Fortführung zum Tschadsee und nach Fran- zösisch-Kongo; auf diese Weise würde sich also auch die tunesische Bahn SfaxGafsa an die künftige Trans-Saharabahn angliedern lassen. Nach dem Betriebsbericht für 1912 haben betragen für die Bahn: ai Böne- Guelma, 1350 km, davon 1017 km 1 m-Spur, 333 km vollspurig i,l,435 1,45 m :

die Gesamt-Einnahmen 1912: 19223912") l davon 14962 669 Fr. aus dem Betriebe

, 1910: j 13 652 390 ) der Schmalspur.

") davon aus Güterverkehr 14 071 628 Fr.

Befördert wurden 1910: I 1 975 247 Reisende 1 220 850 t Güter 1912: ! 2 562 254 . 1997 526 t

bi für die Gafsabahn: 303 km, davon 240 km der Strecke Sfax Metlaui: der Rest Bergbahnen.

1910:

1912:

Kinnahmen auf der Hauptstrecke 7 841 285 Fr.

und zwar aus Frachtgut. . . . 7 645 665

Beförderte Personen. 45 814

Güter. 978 210 t

10 028 554 Fr. 9 751924 ..

68 405 1 255 833 t

Der Staatsanteil im Budget des Schutzgebiets aus den Eisenbahnen beträgt für 1914: 4494000 Fr. gegen nur 189000 Fr. im Jahre 1904, 2200625 Fr. im Jahre 1909. Für die Vorarbeiten der Eisenbahnlinie Tunis -Tebursuk sind 300000 Fr. eingestellt.

Französisch-Marokko.

Marokko hatte bis vor kurzem noch keine einzige Eisenbahn; die Transportverhältnissc des Landes waren, unter Verwendung von Esel und Maultier, höchst ursprünglich, und jeder südamerikanist he Staat war ihm darin überlegen. Nach der Algesiras-Akte, Art. 106, sollte die scherifische Regierung für den Bau von Eisenbahnen, Häfen u. dgl. nötigenfalls fremdes Kapital in Anspruch nehmen und die Vertrags­mächte sollten dafür sorgen, daß eine Staatsaufsicht über derartig weittragende gemeinnützige Unternehmungen ausgeübt wird.

Nach dem französischen Kammerbericht des Abgeordneten Bourrat \on 1904 waren für den Ausbau eines marokkanischen Bahn­netzes im Anschluß an die algerischen Eisenbahnen folgende Linien vorgesehen:

Von Tlemcen über Malonya nach Fes, 295 km; von Fes über Ilaut- Lebon und Ksar-el-Kebir nach Tanger. 190 km. nebst einer Zweigbahn Lebon Meknes, 35 km; von Ilaut-Lebon über Sale und Marrakesch nach Mogador, 455 km; ferner die Zweiglinicn TOued-Mellah nach Casablanca, 55 km. MarrakeschMazagan. 100 km. und von lOucd- Baltzcr, Kolonialbalinon. 13