[Clarias und Ileterobranchus), Karpfenlachse ( Chamcini ) und Barben ( Barbws ) in vielen Arten, zahlreiche Formen von Chromis, Aale, Barsche, Grundeln und Zahnkarpfen. Der sonderbarste Fisch von Deutsch-Ostafrika ist der Lungenfisch ( Protoptenis annectens), welcher im Schlamme stehender Gewässer lebt, eine aalförmige Gestalt und anstatt der Flossen lange cylindrische Fäden besitzt. Zur Trockenzeit verkapselt er sich in einer aus Schlamm gebildeten Hohlkugel.
Die wirbellosen Tiere des Schutzgebietes.
Die Kenntnis der wirbellosen Tiere von Deutsch- Ostafrika ist noch sehr unvollkommen. Aus allen über dieselben veröffentlichten Arbeiten tönt gleich- mässig die Klage darüber, dass noch viel zu wenig Material der wissenschaftlichen Untersuchung zugeführt worden ist. Die Schnecken- und Muschel-Fauna des Landes ist sehr reichhaltig, und viele Arten haben auch für den Nichtzoologen ein grosses Interesse. Von Seetieren werden die Austern an der Küste gegessen und sollen den holländischen im Geschmack nicht nachstehen. Die Kaurischnecke ( Cypraea moneta) wird vielfach als Schmuck und Geld benutzt; die gewaltigen Land sehn ecken ( Achatina ) sind wegen ihrer Grösse zu erwähnen.
Auf Süsswassermuscheln, Paludinen und Aethe- rien, findet man zuweilen ebenso wie auf Steinen in den Tümpeln, Pfützen und Lachen merkwürdige Ueber- ziige von Moostierchen ( Bnjozoen). Auch an Schilf, abgestorbenem Gezweige und auf Wasserpflanzenblättern sitzen diese zierlich verästelten rasenartigen Bedeckungen. Diese Tierchen sind noch sehr wenig bekannt. Man hat bis jetzt nur einige wenige Arten aus Afrika festgestellt.
Die Insekten-Fauna ist sehr reichhaltig. Von Hautflüglern fehlen die echten Hummeln, dafür treten aber dort andere sehr ähnliche Formen auf. Stachellose Bienen sind sehr häufig, der Honig derselben ist wohlschmeckend. Von Skorpionen kommen nur wenige Arten vor, unter ihnen aber wahre Riesen, welche über ioo Centimeter lang werden. Unter den Käfern zeichnen sich die Carabiden durch grosse Formen aus.
Von Regenwürmern findet man zahlreiche Formen unter denen die grossen Benhamia-Arten fast einen halben Meter lang werden.
B. Die Tierwelt von Deutsch-Südwestafrika.
(Hierzu Karte No. 2.)
Das deutsche Schutzgebiet von Südwestafrika ist in zoologischer Beziehung demjenigen von Ostafrika sehr ähnlich. Wir finden dort die meisten Gattungen vertreten, welche wir bereits für Ostafrika besprochen haben und können uns deshalb ziemlich kurz fassen.
Während ein kleiner Theil von Ostafrika, nämlich die Gegenden im Westen und Osten des Nyansa, eine Tierwelt beherbergen, welche vielerlei Anklänge an die westafrikanische Fauna bietet, gehört ganz Südwestafrika zu dem afrikanischen Steppengebiet. Was man über die Tierwelt dieses Teiles von Afrika weiss, ist noch herzlich wenig und es klingt beinahe anmassend, wenn man über die Gleichartigkeit oder Verschiedenheit der Fauna in den einzelnen Teilen des Landes Vermutungen aufstellen wollte. In den europäischen Museen sind nur sehr spärlich naturwissenschaftliche Objekte aus Deutsch-Südwestafrika vertreten und die Liste der Männer, welche im Gebiet zoologisch gesammelt haben, ist sehr klein. Von Engländern haben Anderson, von Deutschen Dr. Fleck und Dr. Schinz und früher der Missionar Hahn sich um die wissenschaftliche Erforschung des Landes durch Sammlungen, welche in öffentliche Museen gelangt sind, verdient gemacht.
Ich habe seit Jahren auf die Wichtigkeit der Wasserscheiden für die Abgrenzung zoogeographischer Gebiete aufmerksam gemacht. Wenn man nach diesem Gesichtspunkt eine Einteilung des Schutzgebietes in zoogeographische Provinzen versucht, so würden sich drei Untergebiete ergeben.
Gross-Namaland gehört in seiner ganzen Ausdehnung zum System des Orange-Flusses resp. des in denselben fliessenden Nossob. Wir werden also hier wahrscheinlich dieselbe Tierwelt finden, wie sie aus der Oranje-Republik und den nördlich von den Karroo-Bergen gelegenen Teilen des Kaplandes bekannt ist. Diese Fauna wird wahrscheinlich nur geringe Unterschiede von derjenigen zeigen, welche das Kaoko-Feld und die Küste zwischen Kuisseb und Kunene aufweist. Immerhin dürften sich für diese Gegenden gewisse Unterschiede ergeben. Ein drittes in mancher Hinsicht abweichendes Gebiet stellt das Damara-Land dar, dessen Flussläufe zum Okawango und Ngami sich ergiessen. Die dort zu erwartende Tierwelt muss eine grosse Aehnlichkeit mit derjenigen des Zambese-Beckens haben; also es müssen dort dieselben Arten auftreten, wie wir sie am Nyassa und in Ukonongo in Deutsch-Ostafrika finden.
Es muss eine scharfe zoogeographische Grenz- scheidc im Ovaherero-Gebiet nachzuweisen sein. Als charakteristische in den drei von mir unterschiedenen Gebieten wahrscheinlich durch gut erkennbare Abarten vertretene Formen sind z. B. die Paviane, Zebra, der Wasserbock, die Kuhantilopen, die Klippschliefer und der Schakal zu beachten.
Im Ovambo- und Bergdamara-Lande muss z. B. das Zebra bis an die Zehen gestreift sein, während es im Kaoko-Felde weisse ungestreifte Fiissc haben wird. Der Schabrackenschakal der Küste wird im Innern des Damara-Landes durch eine andere Form ersetzt werden,
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