Zone, das tropische Afrika zu dem äthiopischen Gebiet, einem Untergebiet der tropischen Zone; beide sind Teile des altweltlichen Kontinental-Gebietes.
Es ist daher zu erwarten, dass wir in der Tierwelt der deutschen Schutzgebiete in Afrika mancherlei Anklänge an unsere einheimische Fauna finden werden, wogegen die deutschen Kolonien in der Siidsee ein viel mehr eigenartiges Gepräge besitzen.
Wir erkennen aus den vorstehenden Bemerkungen, dass es von Nutzen sein wird, die Tierwelt der deutschen Schutzgebiete in 2 Kapiteln zu behandeln, deren eines die Fauna der afrikanischen Kolonien zum Gegenstand hat, deren zweites sich mit den Tieren der in der Südsee gelegenen Schutzgebiete beschäftigt.
I. Die Fauna der afrikanischen Schutzgebiete.
In zoologischer Hinsicht zerfällt Afrika in zwei von einander sehr verschiedene Teile.
Nordafrika hat eine ganz andere Tierwelt als das tropische Afrika südlich von der Sahara. Die an den Südufern des Mittelmeers lebenden Tiere sind zum grösseren Teile denjenigen nahe verwandt, welche Deutschland bewohnen. Es kommt dort allerdings schon der Eöwe vor, die Hyäne und der Eeopard; der Serval und der Bandiltis deuten auf Beziehungen zum tropischen Afrika. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass in den diluvialen Ablagerungen Deutschlands einige dieser Tiere sehr häufig gefunden werden, und dass seit der Zeit, wo der Elefant und das Nashorn Deutschland bewohnten, ein beträchtlicher Teil der deutschen Tierwelt der vorschreitenden Kultur zum Opfer gefallen ist. Das nordafrikanische Wildschwein und der dort lebende Hirsch sind den mitteleuropäischen Formen dieser Arten recht nahe verwandt; das grosse und das kleine Wiesel von Nordafrika sind ihren in unseren Gegenden lebenden Verwandten sehr ähnlich, die Fledermäuse sind fast ohne Ausnahme dieselben, die Springmäuse und Htipfmäuse hat es in vorhistorischer Zeit nördlich von den Alpen auch gegeben. Meiner Ansicht nach hat die einstige Fauna von Deutschland, deren kümmerliche Reste sich heute noch erhalten haben, grosse Aehnlichkeit mit derjenigen von Nordafrika gehabt.
Sobald man den Südrand der Sahara überschritten hat, thut sich eine neue Welt auf.
Meerkatzen, Paviane, fliegende Hunde, Fledermäuse mit merkwürdigen Nasenaufsätzen oder sonderbar gefalteten Flughäuten, riesige Hamsterratten, die Elfenbein benagende Rohrratte, zahlreicheEichhörnchen, derElefant, das Flusspferd, grosse Antilopen, Halbaffen, Zibetkatzen und Mangusten treten hier auf als die für das tropische Afrika charakteristischen Säugetiere. Unter den Vögeln begegnen wir dem Hornraben, den Papageien, Pisangfressern, dem sonderbaren Schattenvogel, den ge
selligen Webefinken, den Perlhühnern und vielen anderen Arten, welche der gemässigten und subtropischen Zone fehlen. Auch unter den Kriechtieren, den Fischen und den wirbellosen Tieren giebt es zahlreiche I'ormen, welche dem tropischen Afrika eigentümlich sind und nirgends sonst auf der Erde gefunden werden.
Man fasst das südlich von der Sahara gelegene Afrika in tiergeographischem Sinne als äthiopisches oder afrikanisches Gebiet zusammen.
Dieses äthiopische Gebiet hat nun keineswegs eine überall gleichartige Fauna. Fs giebt allerdings eine ganze Anzahl von Tierformen, die von West nach Ost, vom Norden zum Süden in allen Fändern des dunklen Erdteils aufgefunden worden sind. Viele Fledermäuse, der grosse P'lederhund, die Hohlnasen, die Ziernase u. a., die Hamsterratte, die beiden P'ormen des Otter, der Elefant und das Nilpferd, von Vögeln die Witwen- Ente, die Rallenschnepfe, das Blatthühnchen, die Stahlflecktaube und viele andere sind in den verschiedensten Gegenden des tropischen Afrika zu Hause. Eine ganze Menge anderer Formen aber ist nur über kleinere Teile des Kontinents verbreitet.
Ein besonders grosser Gegensatz macht sich geltend, wenn man die Faunen der Westküste und des Kongobeckens mit denjenigen des Nordens, Ostens und Südens des äthiopischen Gebietes vergleicht. Von der Wasserscheide zwischen dem Senegal und Gambia bis herunter zu derjenigen südlich vom Kuanza hat das ganze Gebiet der Westküste zusammen mit dem Gebiet des Kongo und seiner Zuflüsse eine Fauna, welche sich von derjenigen des übrigen tropischen und des südlichen Afrika in wesentlichen Punkten unterscheidet. Von den beiden grossen Strömen, welche in den Atlantischen Ocean sich ergiessen, liegt der Kongo ganz in diesem Untergebiet, während der Niger nur in seinem unteren Fauf ungefähr bis zur Benue- miindung zu diesem westafrikanischen Faunengebict gehört, bis zu der Höhe der Wasserscheide, auf welcher die Küstenflüsse von Guinea entspringen. Hier ist das Vaterland des Schimpanse, der weissnasigen Meerkatzen, des Potto, des Fangzungen-Flederhundes (Meijahglomta), des Quasten-Stachelschweins, des Hirschferkels ( llyue - moschws), der Kletter-Schuppentiere, des Graupapageis, des Riesenturakos ( ConjthueoJa ), der Goliathkäfer, des Breitkopfkrokodils ((hteolaemus ), der Stachelschwanz- Eidechse (Lacerta echinata) und anderer eigentümlicher I'ormen, welche im Norden, Osten und Süden des äthiopischen Gebietes nicht gefunden werden.
Dagegen fehlen im westlichen Gebiet eine Menge von Arten, welche im übrigen Afrika zu Hause sind, z. B. alle Antilopen ausser den Buschböcken, Schopfantilopen und Zwergantilopen, alle Rohrriissler, ferner der Igel, Hase, Löwe, alle Wildlninde, der Gepard, die P'elsen-Klippschliefer, das Warzenschwein, das Rhinoceros, das Zebra, die Giraffe, das Gnu und das Erdferkel,