Von Vögeln vermissen wir u. a. clen Sekretär, den Gänsegeier, den Strauss und die Flughühner. Unter den Kriechtieren und Amphibien sind z. B. der Spornfrosch, die Gürtelechsen und Kielschleichen, die Steppenechsen und Seitenfalter von Westafrika nicht bekannt.
Wenn wir nun die Frage aufwerfen, wie sich die deutschen Kolonien in Afrika hinsichtlich ihrer Tierwelt zu dieser faunistischen Einteilung des äthiopischen Gebietes verhalten, so ist Folgendes zu beachten:
Kamerun und Togo gehören fast ihrer ganzen Ausdehnung nach zum westlichen Waldgebiet, Deutsch- Ostafrika , abgesehen von einigen Gegenden im äussersten Nordwesten, und Deutsch-Südwestafrika in seinem vollen Umfange zum Steppengebiet.
Fig. I. Kongoni-Antilope. Bubalis cokei.
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A. Die Tierwelt von Deutsch-Ostafrika.
I. Zoogeographische Fragen.
Deutsch-Ostafrika hat in seiner Fauna im allgemeinen eine grosse Aehnlichkeit mit dem südlichen und nordöstlichen Afrika sowohl als auch mit Deutsch- Südwestafrika. Der Pavian, die grüne Meerkatze, der Löwe, der Serval, die Wildkatze, der Schakal, der Igel, der Hase, das Wildpferd, die Kuhantilope, der Strauss und viele andere Tiere werden in den Nilländern sowohl als auch im Zambesegebiet und im deutschen Südwestafrika gefunden. Allerdings sehen diese Tiere nicht in allen Gegenden des afrikanischen Steppengebietes gleich aus. So lebt z. B. im Somalilande ein sehr eng gebändertes Zebra, Equus grevyi, welches sich wesentlich von dem ostafrikanischen Zebra unterscheidet, und dieses ist wieder von dem Zebra des Damara- landes sehr gut zu unterscheiden. Der südwestafrikanische Pavian ist der Bärenpavian, in Deutsch- Ostafrika ist ein Babuin zu Hause, und in der Erythraea kommt der Mantelpavian vor. Derartiger Beispiele
könnte ich eine grosse Menge aufführen. Von diesen sehr nahe mit einander verwandten, aber doch durch gewisse Merkmale deutlich unterschiedenen Tierformen bewohnt jede ein besonderes geographisches Gebiet. An der Küste von Deutsch-Ostafrika lebt z. B. eine Kuhantilope mit weissem Spiegel und schwarzer Zeichnung an den Vorderläufen, Bubalis leucoprymnus. (Fig. 2.) In der Nähe von Mpapua und nördlich vom Pangani trifft man schon eine ganz andere Kuhantilope, B. cokei , als einzige Form des Gebietes an (Fig. i), sie ist lederbraun und hat keinerlei Zeichnung an dem Körper ausser einem dunklen Fleck am Kinn. Diese Form der Kuhantilope findet man nach Norden bis über die Grenze des deutschen Schutzgebietes hinaus. Auf dem Somali-
Fig-. 2. Konzi-Antilope. Bubalis leucoprymnus.
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plateau tritt an ihre Stelle eine verwandte Form mit schwarzer Stirn, im Gebiete des oberen Nil wieder eine andere, und so ersetzt eine Form die andere von Gebiet zu Gebiet. Aehnliche Verhältnisse finden wir bei den grünen Tumbili-Meerkatzen, bei der schwarzgrünen Kima-Meerkatze, bei dem Pavian, dem Schakal, dem Zebra und sehr vielen anderen Formen.
Es tritt nun die Frage an uns heran, wo die Grenzlinien für diese Verbreitungsgaue zu ziehen sind. In vielen Fällen ist mir der Nachweis gelungen, dass eine Aenderung in dem Faunenbestande jedesmal da eintritt, wo eine Wasserscheide zwischen zwei grösseren Stromgebieten oder zwischen den kleineren Küstenflüssen und den Zuflüssen eines grossen Stromes sich befindet.
Grosse Teile von Deutsch-Ostafrika sind zoologisch noch nicht erforscht. Wir haben nur sehr wenig Nachrichten über die Tiere des südlichen Teiles zwischen Ruaha und Rowuma und über die Gegenden südlich vom Ugalla, ebenso wenig wissen wir über die Nordwestecke des Gebietes zwischen Mlagarassi und Kagera
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