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Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
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Die Schutzgebiete in der Südsee.

Die Zahl der auf Neumecklenburg und seinen Nebeninseln ansässigen Europäer be­trug 1907: 53, wovon 35 auf den Bezirk Käwieng und 18 auf den Bezirk Narnatanai (Mittel- und Süd-Neumecklenburg) entfielen. Die Regierungsstation Käwieng wurde 1900 gegründet, und der Leiter derselben, Herr Boluminski, verstand es, in kürzester Zeit Ruhe und Ordnung in seinem Bezirk herzustellen, die Eingebornen zur Arbeit in Regierungs­pflanzungen und am Wegebau heranzuziehen, treffliche Fahrstraßen zu erbauen und in gutem Stand zu halten. Infolgedessen sind gerade an der von Käwieng ausgehenden Kaiser-Wilhelm-Straße eine größere Zahl von Kokospflanzungen von Europäern angelegt worden, und die Anlage von neuen steht in Aussicht. In Mittel-Neumecklenburg wurde an der Nordostküste 1904 die Regierungsstation Narnatanai gegründet, und alsbald be­gann auch in diesem Bezirk die Einrichtung der Verwaltung und die Verbesserung der vorhandenen Pfade, später die Anlage einiger Kokos- und Kautschukpflanzungen. In Süd-Neumecklcnburg sind noch keine Europäer, wohl aber einige Chinesen als Händler und Pflanzer angesiedelt. Die wirtschaftliche Zukunft Neumecklenburgs wie des ganzen Bis- marckarchipels beruht auf der Plantagenwirtschaft; abbauwürdige Mineralschätze fehlen.

ö) Die Salomonen Buka und Bougainville.

Zu Deutsch-Melanesien gehören ferner noch die beiden nördlichsten Inseln der Salomonengruppe, Buka und Bougainville, mit Nebeninseln. Beide sind Glieder jener langen Inselkette, die sich von den Neuen Hebriden her über die Südsee nach Neumecklenburg hinzieht. Der zwischen 163 und 154° östl. L. gelegene Ab­schnitt wird Salomonen genannt, weil der erste Entdecker, Mendana, hier das Goldland König Salomos wiedergefunden zu haben glaubte. Die Inselkette ist allem Anschein nach der zerkleinerte Rest einer langen Kordillere, die, das Festland Australiens in weitem Bogen begleitend, von Neuseeland über Neukaledonien nach Neumecklenburg und der Admiralitäts­gruppe verläuft. Eduard Sueß ^72 o; m, 345^ rechnet den durch die Salomonen und Neumecklenburg verlaufenden Bogen mit dem durch Neuguinea und Neuseeland ziehen­den zusammen. Die Salomonen sind in zwei Reihen angeordnet, einer südwestlichen und einer nordöstlichen; Buka und Bougainville sind die letzten, nordwestlichsten Inseln der nordöstlichen Reihe. Die Inselgruppe ruht wahrscheinlich auf einem Grundgebirge, dessen Hauptgesteine Diorit, Diabas, Gabbro, Granit, Quarzporphyrit und Serpentin sind. Dieser alte Eruptivgesteinszug wird jedoch vielfach überdeckt von jüngeren Eruptivgesteinen, die namentlich auf den kleineren Inseln herrschen, aber auch auf einigen großen, darunter Bougainville mit Buka, eine wichtige Rolle spielen; es sind Hornblende- und Augitandesit mit ihren Tuffen, ferner Dacite, Rhyolite, Basalte. Der dritte Bestandteil der Salomonen­gruppe ist der Korallenkalk. Er tritt in Form gehobener Riffe auf, die auf der Treasury- insel oder Mono, südlich von Bougainville, 120, auf Ugi 130 ra, in Bruchstücken die dop­pelte Höhe erreichen. Außerdem aber umgeben fast alle Küsten der Salomonen lebende Riffe, auf denen kleine Eilande in großer Zahl entstanden sind ^11. 265. 275^j. Als vierter Bestandteil treten gehobene Tiefseetone hinzu.

Diese vier Bestandteile der Salomonen setzen auch Bougainville fll; 4S3-469j und Buka, soviel bisher bekannt ist, zusammen. Auf Bougainville sind aber gerade die jungen Eruptivgesteine besonders stark vertreten. Zwei jungeruptive Gebirge, das Kron­prinzengebirge im Süden und das Kaisergebirge im Norden, erfüllen fast die ganze Insel;