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Die Schutzgebiete in der Südsee.
e) Die Neulauenburggruppe.
Am Ausgange der Blanchebucht liegen die von Riffen umgebenen, aus Korallenkalk gebildeten, flachen, dichtbewaldeten Credner- oder Taubeninseln, Balakuwor und Nanuk. Dann folgt die Neulauenburggruppe ^11; 37-40), von ihrem Entdecker Tarieret Duke-of-'Dork-Gruppe genannt. Sie besteht aus der Hauptinsel Neulauenburg sowie den Inseln Makadau im Nordwesten, Ulu, Kabakon, Kerawara, Utuan und Mioko im Süden, die zusammen einen Flächenraum von nur 60 ykm haben. Auch diese Inseln sind in der Hauptsache aus Korallenkalk aufgebaut, und zwar wiederum in mehreren Stufen; doch scheinen auch Senkungen die Hebungsperioden unterbrochen zu haben. Auf Makadau, West- Neulauenburg und Ulu stehen auch Andesite, auf Makadau Diorit an. Der andesitische Hügel Birikulur auf Makadau erreicht 65 m Höhe. Die Inselgruppe ist dicht bewaldet und wohlbevölkert: mehrfach hat sie eine größere wirtschaftliche und politische Bedeutung gehabt als die großen Inseln des Archipels, da bereits Mitte der 1870er Jahre I. C. Godeffroy und Sohn, später Hernsheim u. Komp. hier ihre ersten Niederlassungen gründeten, da ferner die Neuguinea-Kompanie bis 1890 auf Kerawara ihre Zentralverwaltung unterhielt und auch die Mission bis 1900 ihren Hauptsitz am Hunterhafen (Balanawang) im äußersten Norden der Hauptinsel hatte. Der Grund für diese Bevorzugung liegt in der Brauchbarkeit der vorhandenen Häfen, besonders des von den südlichen Inseln und der Hauptinsel zusammen eingeschlossenen Miokohafens. Dabei erschienen die Inseln gerade für die Anfänge von Handel, Verwaltung nnd Christianisierung geeignet, weil ihre isolierte Lage Angriffe von feiten fremder Eingebornen nahezu ausschloß.
Sobald sich aber der Handel gehoben hatte, traten mehr die in ihrer Isolierung liegenden Nachteile hervor, so daß eine Gesellschaft nach der andern nach Herbertshöhe übersiedelte. Nur die alte Godeffroysche Station besteht als Station der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft mit 250 Arbeitern noch heute. Außerdem haben die katholische Mission im Süden der Hauptinsel, die Methodistenmission auf Ulu, ein Kaufmann, A. Engelhardt, auf Kabakon und Hernsheim u. Komp. auf Makadau Pflanzungen angelegt, die besonders Kokospalmen tragen; endlich betreibt die Firma A. Stehr auf Makadau Handel. In der Handelsstation der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee auf Mioko lebten am 1. April 1900: 4 Europäer, 3 Chinesen, 23 farbige Arbeiter; auf Utuan sitzt ein chinesischer Händler. Auf Uln ist seit 1899 eine der Wesleyanischen Missionsgesellschaft in Australien zugehörige Erziehungs- und Bildungsanstalt für eingeborne Gehilfen unter Leitung eines weißen Missionars errichtet worden. Die Siedelungen ^12) der Eingebornen liegen, umgeben von Kokospalmen und spärlichen Pflanzungen von Dams, Taro und Bananen, meist am Strande oder im Busch zu mehreren Hütten vereinigt, seltener in kleinen Dörfern. Die Zahl der Eingebornen betrug 1900: 3389, die Volksdichte 45, aber 1907 war die Kopfzahl auf 2916 heruntergegangen, die Volksdichte auf 38,8. Gegen 1898 beträgt die Abnahme der Bevölkerung 430 Köpfe ^12, 1907/03; so).
ä) Die Neumecklenburggruppe.
Neumecklenburg f.11; 249-258), von Carteret Nova Hibernia genannt, führte später auf den Karten meist den Namen New Jreland oder Neu-Jrland und hat ihn in englischen nnd französischen Kreisen noch immer. Offiziell erhielt die Insel den jetzigen