Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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Die Schutzgebiete in der Südsee.

den Verkehr; japanische Segelschiffe der Hiki-Kompanie ermöglichen sogar eine wenn auch un­regelmäßige, so doch beständige Verbindung mit Jokohama s.12, 1900/07; 49^j. 1908 liefen den Hafen von Saipan 26 Schiffe mit 6432 Tonnen an, darunter 6 deutsche Dampfer mit 2974, 19 japanische Segler mit 3137 uud 1 amerikanischer Segler mit 321 Tonnen f.12,1903/09 ;45j.

Für die Entwickelung der geistigenKultur auf den Marianen ist zurzeit genügend gesorgt. Am 1. April 1995 ist auf Saipan eine Schule eröffnet worden, die 1908 von 255 Kin­dern besucht wurde. Ferner übt die katholische Mssion, bis 1907 spanische Rekollekten, einen kulturellen Einfluß auf die Bevölkerung aus. Sie stand unter der Diözese Cebu der Philip­pinen, bis im genannten Jahre die Marianen abgetrennt, zur apostolischen Präfektur erhoben und den westfälischen Kapuzinern mit dem Sitz in Saipan übergeben wurden ^12,1900/0? ;i4j. Endlich wird die Maßregel, anstellige Chamorroknaben nach Tsingtau zu schicken, um sie in den Marinewerkstätten als Handwerker auszubilden, wahrscheinlich gute Früchte tragen.

Am 1. April 1907 ist das Bezirksamt in Saipan aufgehoben und die Verwaltung der Marianen mit derjenigen der Westkarolinen im Bezirksamte Jap vereinigt worden.

2. Die einzetnen Inseln.

Rota (Luta, Sarpana oder Santa Ana), die südlichste der deutschen Mariauen, liegt unter 145° 13' östl. L. und mit ihrer Südspitze unter 14° 7' 30" nördl. Br. Ihre Größe beträgt 114 Der Name Rota stammt von der nach Südwesten vorspringenden kleinen Halbinsel Taipingot, die von weitem wie ein liegendes Rad anzusehen ist; die Ein- gebornen selbst nennen die Insel Luta; früher, um 1668, hieß sie anscheinend Zarpana oder Satpana, später auchRotaha. Die Hauptinsel s68;Blatt28. 2What die Form eines Trapezes mit Vorsprüngen gegen Süden und besteht aus einem basaltischen Kern, aus dessen Verwitte­rungsprodukt, rotem Ton, und endlich aus Korallenkalk von glasharter Beschaffenheit. Bäche entwickeln sich nur im jungen Eruptivgestein an der Süd- und Südostseite der Insel. Von dem höchsten Teile der Insel, einem 250300 m hohen Plateau, fällt, wie auch auf Taipingot, der Korallenkalk in scharf abgesetzten Terrassen nach Westen, Süden und Osten ab. Er schluckt das Wasser ein und bildet Höhlen und Hallen, in denen die Bevölkerung z. B. 1698 vor den Spaniern Zuflucht suchte und heute noch vor den Orkanen Schutz findet. Riffe umgeben Rota im Osten und Westen, aber im Südwesten bietet die Bucht von Sasanhaia Schutz gegen den Nordostpassat, und hier liegt auf der Düne zwischen Rota und Taipingot die einzige Siedelung der Insel.

Die Vegetation von Rota ist kräftiger, die Savanne beschränkter, der Baumwuchs höher als auf den übrigen deutschen Marianen, vielleicht wegen der südlicheren Lage; jedenfalls erhält Rota Regen in allen Monaten, besonders von Juli bis November. Die wichtigsten Nutzpflanzen waren früher der Brotfruchtbaum in zwei Varietäten, hauptsächlich an Stellen früherer Niederlassungen, der Pandanus und eine kaum 3 m hohe Palme, dann Orangen, Zitronen, die Guayava, die Atis (Orions, s^uainoss,), die Papaya (Larioa xs-xs-^)/ die Banane und die Kokospalme. Heute haben Kokospalmen, Mais, süße Kartoffeln, Taro und andere Knollenpflanzen sowie Zuckerrohr, die Erdnuß, Kaffee und Kakao einen größeren Wert als Nahrungspflanzen; auch gibt es im Süden auf den Korallenkalkterrassen wohlberieselte Reispflanzungen aus alter Zeit. Die Tierwelt setzt sich aus Hirschen,