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Die Schutzgebiete in der Südsee.
0. Die Marianen.
1. Altgemeines.
Die Mari anen gehören zu den am frühesten bekannt gewordenen Inseln der Südsee, da sie am 6. März 1521 von FernSo de Magalhäes entdeckt worden sind. Der ihnen nach den dreieckigen Segeln auf den Booten der Eingebornen zuerst gegebene Name Istas äs las vslas latinas, Inseln der lateinischen Segel, wurde bald in Jslas de los Ladron.es, Diebsiuseln, unigetauft, weil die Bevölkerung namentlich für fremdes Eisen eine allzu weitgehende Neigung zeigte. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die Inselgruppe öfters von den spanischen Schiffen angelaufen, die von Peru nach den Philippinen bestimmt waren. 1565 nahm Spanien die Inseln in Besitz, bekümmerte sich jedoch zunächst kaum um sie, sondern erst als 1668 die Jesuitenmission hierher kam, erfolgte die wirkliche Besitzergreifung. Zugleich wurde der Name abermals in Jslas Marianas, Marianen, nach der Königin Maria Ana de Austria, der Witwe Philipps IV., umgeändert s200; 200). Die einzige deutlich wahrnehmbare Kolonisationstätigkeit der Spanier hat darin bestanden, daß am Ende des 17. Jahrhunderts die eingeborne Bevölkerung der Marianen, die Cha- morro, gewaltsam und, wohl unter starkem Menschenverlust, nach Guam oder Guahan zusammengezogen wurde. Seitdem lagen die übrigen Inseln, außer Rota, unbewohnt s200;2vi^ erst im 19. Jahrhundert fingen die Eingebornen der Karolinen an, einige der Marianen wieder zu besiedeln. So kann es der spanischen Regierung, die sich um die Inseln nach wie vor wenig oder gar nicht kümmerte, auch kein allzu harter Verlust gewesen sein, als die Vereinigten Staaten 1899 aus ihrer spanischen Kriegsbeute die Insel Guam für sich nahmen. Den nunmehr, für Spanien wenigstens, wertlosen Rest der Gruppe kaufte das Deutsche Reich am 30. Juni 1899 für eine mäßige Geldsumme an und ließ am 17. November 1899 auf Saipan die Flagge hissen.
Die Marianen erstrecken sich in Form eines leicht gekrümmten, nach Westen offenen Bogens zwischen 144^ und 146, die deutschen Inseln zwischen 145 und 146° östl. L. vom 14. bis zum 21. Breitengrade, die deutschen allein vom 14. bis zum 21. Grad nördl. Br, Von der auf 1140 c^Iciri angegebenen Gesamtfläche entfallen auf die südlichste Insel, das den Vereinigten Staaten gehörige Guam, allein 514 ^l?m, so daß für die deutschen Inseln nur 626 hkni verbleiben. Nach der Größe geordnet, folgen auf Guam Saipan mit 185, Tinian mit 130, Rota mit 114, Pagan mit 100 c^lun, dann in großem Abstände Agiguan mit 32 und Alamagan mit 8 ylciri; alle übrigen nehmen zusammen 57 ^inn ein ^99; 101^, Will man die Jnselreihe noch in Unterabteilungen zerlegen, so empfiehlt sich die Trennung in eine die größeren Inseln umfassende Südreihe und eine meist aus kleinen Inseln bestehende Nordreihe. Zur ersteren gehören dann Guam, Rota, Agiguan, Tinian, Saipan mit zusammen 940 ^Icni, zur letzteren, ebenfalls von Süden nach Norden gerechnet, Medinilla, Anatahcm, Sarigan, Guguan, Alamagan, Pagan, Agrigan, Assongsong, Maug und Urakas oder Faral- lon de Päjaros (Vogelklippe) mit zusammen nur 200 ^Icm, Fläche.
Schon die geographische Lage der Marianen läßt erdgeschichtliche Beziehungen zu Asien vermuten. Der Bogen der Inselgruppe verläuft auf die Bouingruppe zu und somit in der Richtung auf die japanischen Inseln. Dieser bogenförmige, von Süden nach