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Südwest asrika.
bis zum Niveau der 10—20 m hohen Talränder aufgeschüttet haben. Von sanft geneigten, kilometerbreiten Dünen fließt dann das Wasser in die niedriger gelegene Fläche ab. Unter reicher Anastomosen- und Schlingenbildung fördert die Sandführung der Flüsse Abdämmung und Verödung alter und Entstehung neuer Wasserläufe.
Auf der Höhe der Überschwemmung mag es oft schwer zu entscheiden sein, aus welchem Flusse das ausgetretene Wasser stammt. Der allgemeinen Neigung des Geländes folgend, ist jedenfalls der Sambesi weithin nach Süden beteiligt. Der Linjanti liegt genügend unter dem Niveau des Sambesi, daß er auf seinen letzten 50 1cm von ihm ständig Wasser erhält, um es ihm dann nach kurzem Lauf zurückzugeben.
Wenn die Überschwemmung ihren höchsten Stand erreicht hat, verwandelt sie das
Land im östlichen Linjantibecken in einen ungeheuern Sumpf, aus dem nur die höheren Partien als flache Schwemmlandinseln mit reicher Bewaldung aufragen. In der westlichen Beckenhälfte bleiben, vom Sumpfgebiet im Südwinkel des Linjanti und seiner Uferlandschaft abgesehen, weitere Flächen wasserfrei, und nur rasch austrocknende Betten durchschwärmen den Sand.
Im Bereich der eben geschilderten Stromgebiete weist
(!. die Bevölkerung der Kalahari
einen von den weiter südlich, in ausgeprägten Trockeugebieten wohnenden Stämmen stark abweichenden Charakter auf. Die wichtigeren Nordstämme sind auf unserer Völkerkarte im Anhang einzeln angegeben und als
a) Sambesivölker zusammengefaßt. Diese nur ungenügend bekannten, anthropologisch und ethnologisch infolge häufiger Vermischung mit Buschmännern und politisch infolge wechselvoller kriegerischer Ereignisse äußerst verwickelt zusammengesetzten Bantu- stämme lassen kulturell zwei Hauptgruppen unterscheiden f70.104^, Die erste Gruppe stellen