Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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Südwestafrikli,

Während das Amboland als der äußerste Westausläufer des großen südafrikanischen Sandbeckens die am dichtesten und widerstandsfähigsten besiedelte Landschaft unserer Kolonie ist (die Zahl der Ovambo in unserem Schutzgebiet wird auf 80,000 geschätzt), stellen die südöstlich sich anschließenden Gebiete der Kalahari Asyle weit über die unwirtliche Flache verstreuter, unterlegener Reste verschiedenster Rassenzugehörigkeit dar.

11. Are KcrrcrHcrri.

Unter diesem Namen bezeichnen die Betschuanen des mittleren Südafrika die west­lich ihrer Hauptwohnsitze gelegenen, von Bakalahari bewohnten Sandfelder. Je klarer man sich der Zusammengehörigkeit dieses Gebietes mit dem großen zentralsüdafrikanischen Sand­becken bewußt wurde, desto weiter dehnte man, ohne Rücksicht auf den eingebornen Sprach­gebrauch, aber zu guter Bezeichnung einer großen geographischen Einheit, den Begriff der Kalahari aus und versteht jetzt s70^> darunter das ganze zentrale Becken Südafrikas, soweit es von Sand bedeckt ist. In dieser weitesten Umgrenzung reicht die Kalahari im Norden bis ungefähr in die Breite der Sambesiquellen, im Süden bis nahe zum Oranje, läuft im Ambolande in ihren westlichsten, im Matabelelande in ihren östlichsten Zipfel aus.

DieserGroße Sand" Südafrikas gliedert sich nach der Zugehörigkeit seiner Wasser­läufe, mögen sie noch wegsam oder schon verödet sein, in zwei Becken, deren Grenze sich im allgemeinen von WNW nach OSO zwischen dem 22. und 23. Parallelkreis hinzieht. Das größere Nordbecken ist das Haupteinzugsgebiet des Sambesi; es gehört also zum großen Teil heute noch, gehörte zum anderen Teil in noch nicht ferner geologischer Vergangenheit zum indischen Entwässerungsgebiet des Kontinents. Das kleinere südliche oder Oranje- becken der Kalahari entwässerte sich zum Atlantischen Ozean.

Von beiden, aber mehr vom Oranje- als vom Sambesibecken der Kalahari, fällt ein nicht unbeträchtlicher Teil in deutsches Gebiet, säumt dessen ganzen Ostrand als ein wech­selnd breiter Streifen, einheitlich in Entstehung, Bau und starrem Widerstand gegen das Ein­dringen des Menschen, trotz aller Schattierungen im Wechsel der Breitengrade. Nur der Oka- wango und vor allem das Überschwemmungsgebiet des Kwando-Tschobe und Sambesi ragen, in mehrfacher Hinsicht anders geartet, als Ausläufer Zentralafrikas in die äußerste Nord­ostecke des Schutzgebietes hinein, zu klein und zu eng an die Trockenlandschaften angeschlossen, als daß wir diesen schmalen Zonen den Rang einer Großlandschaft zubilligen könnten.

^. Das Oranjebecken der Kalahari

wollen wir hier nicht in seinem ganzen Umfang umgrenzen; uns interessiert nur der West­rand, soweit er innerhalb der deutschen Grenzen liegt. Die Grenze gegen das Groß- Namaland und das südliche Damaraland ist durch den Beginn des Sandes als der charakteristischen Kalaharidecke gegeben.

Der Sand tritt gerade im westlichen Grenzgebiet häufig in Gestalt von Dünen (Taf. 17, Bild^) auf; sie lagern sich südöstlich von Rehoboth, wie es scheint, vorwiegend von SSO nach NNW gestreckt, als schwere Hindernisse in den Weg nach Hoachanas. Die Sandgrenze läuft dann von Hoachanas weiter südöstlich über das Kalkgebiet, das sich in ungenügend bekannter Ausdehnung zwischen Fischfluß und Auob einschiebt. Die Kalahari dieser Breiten ist mit