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Südwcstafrika.
kalkigen und kicseligen Schiefern (s) und klobig gebankten, von Chalzedonen durchsetzten Kalken und Dolomiten und aus gelblichen Kalkschiefern (t) zusammen. Die oberen Schichten endlich (Z) bauen sich wieder aus Sandsteinen und Konglomeraten auf. Im Nachweis der Ngami- schichten, die hier SW-NO streichen und mit ca. 60° nach Südosten einfallen, lehrt uns das Profil von Gobabis einen einheitlichen Grundzug in: Gefüge des Kalaharigrundbaues kennen und läßt uns zugleich mit einein Blick die rektonischen und petrogenetischen Probleme ahnen, vor die der Geograph hier gestellt wird. Ein Versuch, sie zu lösen, würde uns aber zu weit über die Grenzen unseres Schutzgebietes und zu tief in graue Theorien sichren.
L. Der deutsche Anteil am Samliesilieckcn der Kalahari
schließt sich nördlich von Gobabis und Sandfontein ohne scharfe Grenze an das südliche Sandfeld an. Er gliedert sich in zwei nach Wasserversorgung und Besiedelung grundverschiedene Regionen.
a) Als Haupttrockengebiete liegen im Süden und Westen die Omaheke und im Übergang zum Ambolande das Otjimpolofeld. Daran schließen sich nach Nordosten Gebiete an, die nach den Namen der dort umherschweifenden Buschinannstämme auch ihre Namen erhalten haben; ihren deutschen Anteil grenzt im Norden der Okawango gegen den portugiesischen ab.
Die östlichsten Sandareale innerhalb unserer Grenzen, das Kau kau- und das Kungfeld, scheiden mit weithin scharf markiertem, 10—20 m hohem Rand die Omaheke gegen das tiefer gelegene versumpfende Okawangobecken ab. Während aber das Kungfeld rein sandig ist, erhebt sich auf dem Kaukauplateau festes Gestein in Gestalt der Ah a- berge s.69^, die, dicht bewaldet, mit Riesenexemplaren des Baobab und hochstämmigen Morulabäumen bestanden, bis 100 und 150 m hoch in vorwiegend westöstlicher Streckung unvermittelt und ziemlich steil aus dein rötlichen Sande ragen. Über die Süd- und Siidost- seiten der südlichen und östlichen Borberge hat sich der Sand wie ein Mantel herübergelegt. Kalksteine und Dolomite bauen vorwiegend die Ketten, Chalzedone einzelne isolierte Berge auf; im einzelnen aber lagern diese Gesteine in bunter Aufeinanderfolge und lassen eine äußerst unregelmäßige kieselige Pseudomorphosenbildung erkennen. Das wechselvolle Streichen und Fallen der Schichten zeugt von starken Störungen.
Im Süden löst sich die Omaheke allmählich aus den nördlichsten Vorbergen des Berglandes von Onjati los, anfangs noch von einzeln stehenden Erhebungen, wie von dem 1650 in hohen Okongawa, den Höhen südwestlich von Otjiherane und dem Okotjongolo- berg, überragt. Sind aber diese Höhen unter dem Horizont verschwunden, dann dehnt sich wie im Süden, so auch hier der Sand in trostloser Monotonie. Immer kehren Dünen wieder, ein Hindernis hinter dem anderen türmend. Zwischen 18 und 18^° südl. Br. ziehen sich vom 17. bis 19. Meridian besonders schwere, über 100 m hohe, bewaldete Dünen hin, in der Richtung NW-SO gestreckt, mit stets steilen Sttdhängen IM. Auch aus den nördlichen Gebieten wird von Dünen berichtet s2. 52.115^ ; sie streichen westöstlich und sind durch Omuramba-ähnliche Ebenen mit vielen Vlejs und hartem, humusdurchsetztem Boden getrennt. Da diese Dünenzüge aber von echten Omiramben schräg durchsetzt werden, so bleibt es unklar, ob es sich bei den Dünentälern um alte Flußufer oder um Sandanhüufungen anderen Ursprungs handelt, zwischen denen sich sekundär das Wasser gesammelt und so dem Boden Omirambencharakter gegeben hat.