Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
Seite
329
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10, Das Amboland.

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Die Niederschlcige des Ambolandes haben, wie das angrenzende Angola, echt tropischen Charakter. Ein zweimaliges Anschwellen der Regen, entsprechend dem zwei­maligen Zenitdurchgang der Sonne, ist deutlicher als im Damaraland ausgeprägt, ist in einzelnen Jahrgängen, so 1902/03, sowohl um Ondangua, Olukonda und Onjipa als weiter südlich um Namutoni und Okaukwejo schon aus der summarischen Betrachtung der Monats­regenmengen erkennbar (s. untenstehendes Diagramm).

Die Regen sind also, wie ein Vergleich mit den Kurven der Südlandschaften zeigt, im Ambolande die ergiebigsten im ganzen Schutzgebiet. Es kommt ferner die gesamte niedergehende Wassermasse, von keinem Rivier aus dem Lande ge­führt, an Ort und Stelle dem Bo­den zugute. Denn

L. das Relief

des Ambolandes, als einer flach gewellten Ebene, weist so geringe Höhendifferenzen auf, daß das Wasser vom Dezember bis April allenthalben in großen Tümpeln und Seen stagniert, aus denen nur die Rücken der Geländewellen als Waldinseln aufragen. Wo es aber zu kurzem Fließen gelangt, da strömt es in ein Gewirr von Rinn­salen oder Omiramben, in denen es doch bald wieder zum Stillstand gelangt, versickert und verdunstet.

Ein Teil dieser Omiramben stellt nichts anderes dar als Ab­zugsrinnen des K u n e n e. Dieser Strom hat der Verteilung der Re­genzeiten entsprechend in den ver­schiedenen Jahreszeiten eine sehr wechselnde Breite und Tiefe. Wo er im September in 1 m seichter Furt in 100200 m Breite überschritten werden kann, mag er sich im Februar 1 Kra breit dehnen mit tiefem reißenden Strom in der Mtte. Wo ihn felsiges Gelände einengt und in steilen Stufen abfällt, bahnt er sich in großartigen Katarakten seinen Weg, von denen der eine bis zu 100 rn senkrechter Fallhöhe hat sM^. Auf der Strecke nun, wo er den nordwärts offenen Bogen beschreibt, fließt der Kunene, am augenfälligsten zwischen Kinga und Humbe, auf einer südwärts geneigten Ebene. Steigt hier sein Wasser über die Ufer, so fließt es also nach Süden in das Amboland.

Wir kennen zwei größere solcher Abzugskanäle überschüssigen Kunenewassers: der erste zweigt sich nahe der katholischen Missionsstation Kinga (Kapundas Werft) ab und bringt als Omuramba Okipoko oder Kwamatuo in langsamem Strom Wasser und Fische weit

Die Niederschlage in Ondangua nnd Olukonda. (Nach Ottweilsr,)