Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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Südwestnfril-i,

Im Osten von Gauko-Otavi markiert sich ein Steilabfall, der in ungefähr 55 Abstand von der Wasserstelle scharf gegen das Amboland abbricht IM. Der Gebirgsmnd zieht sich weiter von Otusemba südöstlich bis Otjitjikua fort und wendet sich dann, nur unsicher verfolgt, nach Westen. Einen scharfen Gebirgsrand, wie wir ihn in der Breite nördlich von Otusemba fanden, ist also südlich von Otjitjikua nicht mehr zu erkennen. Es scheint also, daß das Kaokoplateau sich hier allmählich nach Osten senkt. In diesem Fall und jedenfalls solange wir über die Orographie des Landes noch so tief im unklaren sind, möge hier die vermutliche Grenze des vorherrschenden Otavidolomits auch die des Kaokofeldes darstellen.

Das Relief des Kaokofeldes, wie wir es in den Grundzügen eben kennen gelernt haben, ist in mehrfacher Richtung entscheidend für

K. die Niederschlage.

Als typisch für die Niederschlagsverhältnisse im Kaokofeld mögen die Beobach­tungen in Franzfontein hier wiedergegeben werden:

Schreiten wir nach Westen

Kuß, 0^, n°v, vn, ^-1, s-b^ M^- »pn> »z! ^IIM sort, so sehen wir, daß das Kaoko-

feld in weiterem Umfang als die südlich gelegenen Westlandschaften unserer Kolonie zum Gebiet der Frühlingssommerregen gehören; selbst Zesfontein, nur 90 Km vom Ozean entfernt, hat diesen binnen- ländischen Steppencharakter. Dies und der Umstand, daß die Nieder­schläge im Verhältnis zu denen im Süden reichlicher fallen, ist Wohl, von der Äquatornähe abgesehen, darauf zurückzuführen, daß jener Wall höchster Landerhebungen, der, von den Fischflußbergen am Oranje- Nordufer ausgehend, bald in Tafelländern, bald in Urgebirgsmassiven nordwärts bis in das Herz des Damaralandes zieht, in der Breite von Omaruru sich in eine Kette nordost- wärts aneinander gereihter Einzelerhebungen auflöst. Die Westlandschaften treten damit aus dem Regenschatten, unter dem sie im Süden standen, heraus und öffnen sich dem weiten Ambolande, über das ihnen ungehindert die Regenwinde hereinwehen.

Freilich nicht ihnen, sondern dem Ozean kehrt auch das Kaokofeld seine Abdachung zu, und das drückt seine Regenhöhen herunter. Dafür aber genießt das Kaokofeld den entsprechend küstennahen Gebieten des Groß-Namalandes gegenüber den unschätzbaren Vorteil, daß alle auf dem First dieser Abdachung gesammelten Niederschläge dem Westlande selbst zugute kom­men und nicht, wie dort, in südwärts abwässernden Grabenversenkuugen abgefangen werden. Man verfolge, um sich dies zu veranschaulichen, den Lauf des Ugab, wie er mit seinen Wur­zeln bis unmittelbar an das regenreichste Gebiet im Nordosten unserer Kolonie heranreicht und alles auf seinem Weg von dort gesammelte Wasser westwärts dem Kaokofelde zuführt. Ein Vergleich mit dem Nord-Südverlauf des Fischflusses oder des Koankip im Namal-mde zeigt, wie viel günstiger im Relief des Kaokofeldes die Wasserzufuhr der Westlandschaft gestellt ist.

Die Niederschlage in Franzfontein.

(Nach Ottw-ilsr.)