Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
Seite
305
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7. Das Damamlnnd,

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Damaralandes in folgenden Punkten: die Frühlingsregen setzen kräftiger und nach Norden hin mit erfreulich wachsender Regelmäßigkeit ein. Je mehr wir uns vom Wendekreis dein Äquator nähern, desto früher erreicht ja im Frühling der Südhalbkugel die Sonne ihren höchsten Stand und treibt, ohne die Wirkung des zweiten Zenitstandes voll abzuwarten, schon im November und Dezember die Luft über dem erhitzten Boden in solche Höhen, daß sie ihren Wasserdampf zu wirksamen Regen verdichtet. Es tritt ferner im Norden das Maximum der Sommerregen im allgemeinen schon im Frühsommer ein. Wo es sich mehr dem Herbst nähert, wird diese Ver­spätung bei der größeren Ergiebig- -V' °"' ^ keit der vorhergehenden Regen­monate jedenfalls weniger hart als im Süden des Schutzgebietes emp­funden; sie wirkt zudem, wo die Winterregen nordwärts immer mehr verschwinden, auf eine Ver­kürzung der Trockenzeit hin.

Ein letzter Vorzug der Nieder­schlagsverhältnisse des Damara­landes, überhaupt des gesamten Nordens unserer Kolonie, ist, daß die Schwankungen der Regenmen­gen von einem Jahr zum anderen beträchtlich kleiner sind als im Süden; sie sind auch ohnedies bei dem allgemein größeren Regen­reichtum weniger empfindlich als dort, wo bittere Not so dicht an der Norm selbst schon liegt.

Alle diese klimatischen Vor­züge fallen für die Lebewelt des Damaralandes entscheidend ins Ge­wicht. Sie haben dem Wirtschafts­leben der Eingebornen den Stem­pel aufgedrückt, auf unermeßlichen

Weidefeldern ein Hirtenleben aufblühen lassen, wie es materiell reicher und im Seelenleben der Eingebornen charakteristischer gespiegelt in ganz Südafrika nicht wiederzufinden ist.

0. Die Herero (Tafel 14),

grammatisch richtiger mit dem Pluralpräfix der ersten Substantivklasse ihrer Sprache Ova- Herero genannt, lassen sich als ein Glied der großen Völkerfamilie der Bantu körperlich sowohl als in ihrem Geistesleben, wie es sich am greifbarsten in ihrer Sprache ausdrückt, ganz im Gegensatz zu der isolierten Stellung der Namarasse, ohne allzu weitgehende Hvpvihesen an die Stämme ihrer Nachbargebiete anschließen. Die Herero s16. 28. 29. 49. 58. 62. 64. 82. 87^ sind in ihrer Sprache den Stämmen im südlichen Kongobecken und Angola verwandt.

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