7. Das Dmimraland,
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Das Damaraland ist im Süden nur schwer gegen das Groß-Namaland abzugrenzen, denn wir befinden uns hier im Mischgebiet der beiden Völker, auf deren Nachbarlage die Namensunterscheidung der beiden Landschaften nun einmal ohne Rücksicht auf etwaige oro- graphische (zurzeit noch nicht festzulegende) Grenzen sich gründet. Im Süden wählen wir den Unterlauf des Swakop als Grenzlinie, denn in dem Lande zwischen seinem linken Ufer und dem Kuiseb liegen die letzten nennenswerten Niederlassungen der Topnaars, der Reste alter Naman. Um Windhur haben sich erbitterte Kämpfe der schwarzen und gelben Erbfeinde abgespielt; zwischen beide trieb die deutsche Herrschaft einen Keil, indem sie Wind- huk zu ihrem Stützpunkt machte. Sie wird seitdem als ungebetener Gast der Herero oder der „Viehdamara" betrachtet, und so wird das lange umstrittene Gebiet jetzt endgültig dem Damaralande zugeteilt, mag Windhuk auch in seinem alten Namen /^e//-Mns, d. h. Feuerwasser (nach seinen heißen Quellen), in Erinnerung bringen, daß es ehedem im Besitz der Hottentotten war; mag ferner auch im Komashochland, wo Herero und Bergdamara jetzt weniger feindselig sich berühren, und südlich vonTsaobis (Wilhcluisfeste), wo die versprengten Reste der Hottentotten Jan Afrikaancrs Hausen, die Grenze noch so unsicher zu sichren sein.
Im übrigen haben sich überhaupt die Völkergrenzen in Dcutsch-Südwestafrika in der kurzen Spanne unserer historischen Kenntnis des Landes bereits derart verschoben, daß der an sich schon gewagte Versuch, mit den Wohnsitzen eines Volkes eine natürliche Landschaft abzustecken, nicht zu forcieren ist. Man wolle deshalb die hier vorgeschlagene Südgrenze lediglich als Zugeständnis an die fest eingebürgerte Benennung der beiden Nachbarländer ansehen. Da ferner die Bezeichnung Kaokofcld im landesüblichen Sprachgebrauch nicht auch auf das Erongogebirge ausgedehnt wird, so rechnen wir dieses Gebiet noch dem Damaralande zu und führen die Grenze bis in die Nähe von Outjo.
Die Ostgrenze sei, unbekümmert wie weit über sie hinaus Hercrvwerften anzutreffen sind oder einmal anzutreffen waren, durch den Beginn des Kalaharisandes als einer guten Demarkationslinie vorgezeichnet. Die Nordgrenze ist durch das Auftreten des Otawikalkcs gegeben, der der Landschaft seines Bereichs ein vollkommen neues Gepräge gibt.
Das Hauptvolk des so umrissenen Gebietes bleiben in jeden: Fall die Viehdamara; nach ihnen trägt also die Landschaft, mag ihre Grenze sich auch nur lose mit der des Volkes decken, doch mit Recht ihren Namen.
^. Der Aufbau.
Ein Gesamtüberblick über das Damaraland läßt im s.) Relief drei Hauptgebiete unterscheiden.
«) Das westlichste sei das Bergland des Aufstieges genannt, denn es führt in mannigfachem Wechsel von Höhen und Tälern zu den Landschaften des Innern hinan (f. Höhenprofil, S 214). Mt wild zerklüfteten und vom Wasser zerrissenen Hängen, bizarren Gipfeln und Graten und mit immer neu überraschendem Wechsel der Blicke in die Seitentäler begleiten die Uferberge des Swakop und des Khan die tief eingeschnittenen Riviere.
Wer im Oberlauf eines damaraländischen Riviers oder in dessen äußersten Zuflußrinnen auf dem Hochland, z. B. auf dem Komashochland im Kuisebbett, die Gewalt des abkommenden Wassers nach starkem Regen gesehen hat, zweifelt nicht länger, daß die heute noch tätigen Kräfte stark genug sind, um die gewaltigen Erosionserschcinungen in diesen Hochtälern zu erklären. Ob aber alle diese in den Fels geschnittenen Rinnsale gegenwärtig