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Südwestafrika.
erdgeschichtlich begründeten Gefüge seiner Schichtenfolgen sowohl als in den Höhenverhältnissen, wie sie eine nackt-tatsächliche Betrachtung uns kennen lehrt, also geotektonisch gleicherweise wie orographisch grundlegend für das Zutagetreten und für den Abfluß der Gewässer. Mit der Verteilung der Quellen und der Rivierläufe, der „Vlejs" und „Banken", weist das Relief des Landes dem Farmer wie dem eingebornen Hirten das Gelände zur Besudelung an. Wo diese Vorfrage der Wasserbeschaffung nicht gelöst ist, bleiben, wie die Grasfluren der Kalahari zeigen, die üppigsten Weidefelder menschenleer. Die letzte Entscheidung aber über beiderlei gleich dringende Daseinsforderungen, Wasser und Weide, spielt sich, vom Relief, von der geographischen Breite und von der Nachbarschaft des Landes spruchreif vorbereitet, in der Atmosphäre ab, weist also unsere Betrachtung auf
L. das Klima des Groß-Namalandes.
a) Die Wärme. Je weiter wir aus der Namibregion ostwärts wandern, desto stärker tritt, dem Höhenanstieg und der wachsenden Entfernung vom ausgleichenden Ozean entsprechend, der Gegensatz von Tages- und Nachttemperaturen hervor. Je dünner mit steigender Meereshöhe die Atmosphäre des Landes wird, desto ungehinderter strahlt die Sonne dem Boden die Wärme zu, die sich der Luft schnell mitteilt. So hebt sich (vom Hitzeherd der östlichen Namib abgesehen) im allgemeinen landeinwärts die Temperatur der Sommer- wie der Wintertage. Aber es fehlt der Höhenluft der Wasserdampf, der, vergleichbar den Glasscheiben unserer Gewächshäuser, die dunkeln Wärmestrahlen der Erde zurückhält. Dieser ununterbrochene Verlust durch Strahlung, tagsüber durch die kräftige Sonnenscheinwirkuug überkompensiert, drückt nachts die Temperatur kräftig herunter, wohltätig schlaffördernd im Sommer, aber zur Qual des Reisenden, der im Winter unter freiem Himmel nächtigt. Wohl ihm, wenn er zu zwei Feuern rechts und links neben der Lagerstatt genügend Holz findet! Mag er sich damit auch für ein, zwei Stunden Schlaf retten, die Nacht dehnt sich doch endlos, bis der ersehnte erste Morgenschein das abseits grasende Pferd erkennen läßt und die steifen Finger den Zügel wieder fassen. Wohltuend bricht dann die Morgensonne frei über die kalte Fläche und erwärmt schon wenige Grade über dem Horizont den Boden genügend, daß der Reif nur noch in den Schattenfeldern der Hügel und Büsche sich hält. Mit Recht singt dann der Hottentott, wenn ihm vom wolkenlosen Himmel die Frühsonne die erstarrten Glieder wärmt: „Der Wolkenschatten ist des Schakals Sohn, die Sonne ist meine Tochter." Sie meint es schon nach einer Stunde so gut, daß man das dicke Wollwams ablegt, und steht sie erst hoch, dann ist schon bei mittlerer Muskeltätigkeit ein leichter Kakirock die angenehmste Winterkleidung.
Diese schroffen Temperaturwechsel von Tag und Nacht möge ein Zahlenbeispiel aus dem Grenzgebiet des Nama- und des Hererolandes belegen. In der Steppe der Usabberge zeigte das Thermometer Anfang August früh um 7 Uhr 4,2°, nachmittags um 2 Uhr aber 21,3° s26^j. Auf den Höhen des inneren Groß-Namalandes kann die Temperatur im Juli nachts unter —8° sinken, im Mittag auf 18—20° steigen.
Die Sommertemperaturen, im Januar gemessen, schwanken zwischen ca. 31° Tages- maximum und einem Minimum von etwa 13° des Nachts. Fortlaufende systematische Beobachtungen, strahlungsfrei im Schatten gemessen, sind dringend erwünscht.
Will man sich aber die Wirkung der Sonnenwärme auf die Organismenwelt, vor allem auch auf den Menschen des Groß-Namalandes vergegenwärtigen, dann muß man