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Deutsch-Ostafrika : Geographie und Geschichte der Colonie ; mit 1 Karte von Deutsch-Ostafrika / von Brix Förster
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UsamLara und Bondci.

Leben entfaltet sich am Pangani und in den üppigen Fluren im Vorland der Magila-Kette: da gibt es Webervögel, Lerchen, Drosseln, Habichte und Elstern, Kukuke und Papagaien. Alle Flüsse wimmeln von Krokodilen; weniger häufig trifft man das Flußpferd. Zum Glück für die Rindviehzucht hat die Tsetsefliege, hier Donderobe genannt, noch nicht den Weg aus der Umba-Ebene in das Gebirge gefunden. Eine Lebensplage dagegen sind die verheerenden Ameisenzüge.

Topographie und Flüsse.

Von der Küste leiten vier Flußläufe nach dem Innern des Landes: der Pangani, der Ukumbine mit dem Udofn, der Sigi und der Umba.

Das Flußgebiet des Pangani.

Der Pangani (auch Ruvu oder Rufu) entsteht aus der Ver­einigung des Jipe-Flusses und des Weriweri, welche mit zahl­reichen Bächen in dem Kilimandscharo-Gebirge entspringen. Südlich von Klein-Aruscha (730 rn ü. d. M.) durchströmt er eine Strecke von mehr als 300 Irrn in felsigem Bett, meist mit schlam­migen Uferrändern, im Oberlauf durch das breite steinige Thal zwischen den Pare- und Sogonoi-Bergen, im mittlern und untern Theil durch eine wechselnd fruchtbare Ebene, welche am linken Ufer rasch zum Usambara-Gebirge sich erhebt und am rechten in die Hochfläche von Useguha übergeht. Bei Kisunga (ca. 60 irrn von der Küste) bildet er einen weithin dröhnenden Wasserfall. Seine Breite wird angegeben bei der Furt südlich Aruscha mit 96 rn, bei Kohode mit 72 rn, bei Tschogwe mit 150200 rn, an der Mündung mit 1500 rn. In der Regenzeit überschwemmt er die ganze Thalsohle. Er ist im allgemeinen seicht und reißend und deshalb nur bei steigender Flut bis Tschogwe (ca. 40 üin) für flachgehende Boote schiffbar.