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Die deutschen Schutzgebiete : Erwerb, Verwaltung und Gerichtsbarkeit / Hellmuth Kuhn
Entstehung
Seite
210
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Die Selbstverwaltung 1 .

§ 26.

Selbstverwaltung für das ganze Schutzgebiet.

Bereits bei dem Erwerbe der Kolonien dachte man an eine Selbstverwaltung 2 und führte das Prinzip praktisch in Ostafrika und Neu-Guinea durch.

Am 24. Dezember 1903 3 erließ der Reichskanzler auf Grund des § 15 Sch. G. G. die Verfügung betreffend die Bil­dung von Gouvernementsräten für die Schutzgebiete Deutsch- Ostafrika, Kamerun, Togo, Deutsch-Neuguinea und Samoa 4 .

I. Der Gouvernementsrat.

Der Gouvernementsrat setzt sich zusammen aus:

a) dem Gouverneur;

b) einer Anzahl von Schutzgebietsbeamten,die amt­lichen Mitglieder;

1. v. Hoffmann, Ztschr. f. Kol. Pol. 1907, S. 835 ff., 924 ff. Ztsichr. f. Kol. Pol. 1908, S. 25 ff. V. Hoffmann, Leipzig 1908, S. 27 ff., Radlauer S. 150, Weber S. 44, v. Hoffmann 1911, S. 47 ff., 63 f Köbner 1908, S. 144 ff., Külz, Selbstverwaltung.

2. Bismarcks Kolonialprogramm. Ueber das Geschichtliche s. Näheres bei den in Anm. 1 angeführten Schriftstellern.

3. Kol. Bl. ; 1904, S. 1, DKG. VII, S. 284, Gerstmeyer S. 200.

4. Für Deutsch-Siidwestafrika gilt jetzt die Selbstverwaltungs­verordnung des Reichskanzlers vom 28. Januar 1909 (Kol. Bl. S. 141).