Viertes Kapitel.
Die Finanzverwaltung 1 .
a) Von Seiten des Reichs.
Ursprünglich hatte der Kaiser in der Ausübung der Finanzhoheit fast völlig freie Hand (§ 1 SchGG.). Von einer Beschränkung derselben konnte nur insoweit die Rede sein, als
1. den Häuptlingen und Kolonialgesellschaften in den Schutzverträgen 2 und Schutzbriefen 2 besondere Rechte gewährt waren;
2. Zuschüsse des Reichs erforderlich waren; oder
3. in Verträgen mit anderen Staaten, wie zum Beispiel in der Kongoakte vom 23. Februar 1885 3 und in der Brüsseler 4 S. Generalakte vom 2. Juli 1890, besondere Vereinbarungen über den Höchstbetrag der zu erhebenden Zölle getroffen waren.
Aenderungen brachte erst das Gesetz über die Ein-
1. Vgl. hierzu Weber S. 2 ff.; Gaul S. 1 ff.; v. Hoffmann
1911 S. 154 ff.
2. Siehe oben S. 36 ff.
3. R. G. Bl. S. 215, D. K. G.| I S. 173.
4. R. G. Bl. 1892 S. 605, D. K. G.l 1 S. 173; vgl. Weber S. 11 ff;
Vgl. neuerdings die Brüsseler internationale Spirituosenkonvention v. 3* 11. 1906 (R. G. BI. 1908 S. 5; Kol. Bl. 1908 S. 105, D. K. G. XI
S. 40). Gilt auf 10 Jahre für Afrika vom 20° nördl. Breite bis 22° südl. Breite. Zoll 100 Franken (80 M.) für das Hektoliter von
50 Zentigrad Alkohol.