Die Wirtschaftstätigkeit der DOÄG unter Konsul Vohsen.
Ä. Stationenpolitik Vohsens.
i. Das Vohsensche Programm. — 2. Auflassung der Binnenstationen. — 3. Zollverwaltung und Handelsfaktoreien der DOAG.
Das Fiasko der Peterssehen Stationenpolitik war schon lange vor Beginn der Amtstätigkeit Vohsens Gegenstand der eifrigsten Diskussion in den interessierten Kreisen und verantwortlichen Stellen der DOAG. Dr. Peters selbst verteidigte seine Politik mit dem Hinweis auf die administrativen Aufgaben der Gesellschaft. Er gab auch nicht zu, daß sich sein System kleiner Wirtschaftsstationen niemals rentieren werde, erkannte aber an, daß mit der Erwerbung des Küstenstreifens ein neuer, bisher naturgemäß vernachlässigter Faktor richtunggebend in die Wirtschaftspolitik der Gesellschaft eingegriffen habe. Prinzipiell hielt er trotz dieses Zugeständnisses daran fest, daß kaufmännisch-landwirtschaftliche Gesichtspunkte, nicht aber rein kommerzielle im Vordergrunde der privatwirtschaftlichen Tätigkeit zu stehen hätten. Bodenkultur, kein Handel! das war die Peterssche Parole.
1. Das Vohsensche Programm.
Handel und in zweiter Linie Bodenkultur! war das neue Feldgeschrei, mit dem die Tätigkeit Vohsens Mitte Mai 1888 begann. Den Umschwung veranlaßte sowohl der finanzielle Mißerfolg des Petersschen Systems, als vor allem die Ratifikation des Küstenvertrages. Sie forderte zu einer Verlegung des Tätigkeitsgebietes an die Küste direkt heraus. Nicht nur, daß bei den primitiven Verkehrsverhältnissen jede Meile der Küste näher sich merkbar in klingende Münze umsetzen mußte. Im Vertrage selbst übernahm die DOAG die Zollstationen des Sultanats an der See und erhielt für ihren Ausbau und ihre Verwaltung eine Summe von 170000 Rps. pro Jahr. Es lag nahe, diesen Stationen gleichzeitig neue privatwirtschaftliche Unternehmungen anzugliedern,