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Die Wirtschaftstätigkeit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in den Jahren 1887-91 und ihre wichtigsten Voraussetzungen / von Bruno Kurtze
Entstehung
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ganzen Zwischenhandel von dort nach der Küste in der Hand hatten, keine Waren zu Exportzwecken kaufen und für eben diese Großabnehmer auch nicht importieren konnte. Ein regulärer Großhandel, wie ihn europäische Großfirmen seit Jahrzehnten in Ostafrika ausgebildet hatten, ließ sich also, und zwar auf 5 Jahre, nicht betreiben. Export und Import waren der DOAG nur möglich, wenn sie sich entschloß, den Ankaufshandel im Innern auf eigene Rechnung und ohne Vermittlung der zanzibaritischen Inder zu be­treiben, oder auch, wenn es gelang, mit den selbständigen Neger­karawanen, die von Zeit zu Zeit an die Küste kamen, in Geschäfts­verbindung zu treten. Auf diesen Gebieten aber hatte sie mit scharfer indischer Konkurrenz zu rechnen.

Zunächst scheint es ja, als läge in der Ausschaltung des Zwischenhandels ein Vorteil, besonders auch, wenn man daran denkt, daß die Gesellschaft aus administrativen Gründen und wegen der geplanten Kulturen ohnedies zur Einrichtung von Binnenstationen gezwungen war. Es stellte sich jedoch heraus, daß diese Plätze, von einigen, Korogwe vielleicht, abgesehen, gar keine Aufkaufsgelegenheiten boten. Nur weit im Innern des Kon­tinents gab es solche, und gerade dort hatte die Gesellschaft keine Niederlassung. So nebenbei ließ sich also der Exportenaufkauf mit den vorhandenen Stationen nicht in die Wege leiten.

2. Der Wettbewerb der indischen und arabischen Aufkäufer.

Mpapua und Aruscha-Moschi verdanken diesem Umstände ihre Entstehung. Sie sollten den direkten Handelsverkehr mit den Eingeborenen des Innern anbahnen. Gleich aber entstanden neue und größere Schwierigkeiten: die Konkurrenz mit den Indern und ihren arabischen Handlangern, die hier seit langem ihr Tätigkeits­feld hatten. Diesen Gegnern war die DOAG in Erfahrung und fast auch an Kapitalkraft unterlegen. Die großen Zanzibar-Inder, die vor allem Elfenbeinkarawanen ins Innere schickten, arbeiteten mit enormen Mitteln und einem leichten Gewissen. Sie gingen nicht selber in die Elfenbeingebiete, sondern beauftragten sklaven­haltende arabische Grundbesitzer und übten schon bei der Begebung solcher Aufträge ihre skrupellosen Praktiken 1 ). Mancher ehedem

habe ich nicht ermitteln können. In der Wirkung sind sie beide gleich, und für die in Rede stehende Periode der Gesellschaftsgeschichte ist ihre Geltung unbezweifelt.

*) Siehe den Abschnitt über die »Politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse n Ostafrika«.