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des Weltmarktes ausgesetzt und eine stärkere Zollbelastung der Nelkenproduktion eingetreten war, die Bewirtschaftung der Schambas durch die Sklaven nach den primitiven Methoden sich als irrationell herausgestellt hatte. Andere Betriebssysteme einzuführen, war die von der Überlieferung und Tradition beherrschte Intelligenz der Zanzibararaber nicht fähig. So lag denn der Boden brach, sank im Preise und wurde von spekulierenden Indern gekauft, die auf die Zukunft rechneten, in welcher die Europäer rationelle Betriebe einführen und dadurch eine Wertsteigerung des Landes hervorrufen würden. Das Kapital mancher Araber beschränkte sich damals schon häufiger auf ihre Sklaven, die sie als Lohnarbeiter vermieteten. Jede Maßregel gegen die Sklaverei mußte gerade diese enteigneten Araber hart treffen.
Die Verschuldung des arabischen Grundbesitzes, von der wir eben sprachen, war bei den Rechtsverhältnissen des Sultanats eigentlich ein Unding 1 ). Für ein Hypothekenwesen fehlte jede Voraussetzung, da es weder Grundbücher gab, noch eine Subha- station dem arabischen Recht geläufig war. Dieser Umstand fand wirtschaftlich darin seinen Ausdruck, daß der Zinsfuß für Kredite, welche gegen Verpfändung der Liegenschaften oder der Ernten gegeben wurden, dem für ungedeckte Kredite entsprach. Er betrug 8 % pro Jahr und stieg in manchen Fällen bis zu 40 %. Die Höhe dieses Satzes wurde übrigens auch durch die andauernde Entwertung des Silbers bedingt.
3. Geldwesen. Es kursierten im Sultanat in den Jahren 1840 bis 1891 die verschiedenartigsten Münzen. Nicht alle jedoch waren in größeren Mengen vorhanden, und zu verschiedenen Zeiten standen auch verschiedene Münzen im Mittelpunkt der Wertschätzung. Bis in die sechziger Jahre hinein bildete der Maria -Theresien- Taler »die Basis des Münzsystems«.' 2 ), dann folgte, wenn Noback 3 ) richtig unterrichtet ist, der amerikanische Golddollar und in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre etwa die indische Rupie 4 ). Der Maria- Theresien-Taler oder Schwarze Taler wurde von den arabischen Fürsten nach Ostafrika gebracht, die ihn neben den sogenannten Kolonnaten, den Säulentalern oder spanischen Piastern in ihren
x ) Kolonial-Politische Korrespondenz, 2. Jahrg. 1886, Nr. 24, S. 151.
2 ) Peez u. Raudnitz, Geschichte des Maria-Theres.-Talers, Wien 1898, S. 113.
3 ) Noback, Münz-, Maß- und Gewichtsbuch, 1877.
4 ) v. König in den Beiträgen zur Kolonialpolitik, 1900/01, S. 317.