12. Die Mcissivregion von Adamaua.
619
neben denen auch von Heiden und Kanuri bewohnte Ortschaften liegen, an der Westseite des Mcmdamgebirges entlang. Besonders wichtige Orte sind Ssarau, Hölma, vor allem aber Mubi am Westrande des Mandaragebirges, ferner Uba am Fuße eines isolierten Jnselberges, das bereits auf englischem Gebiet liegt, Mitschika und Mo da, von wo eine bequeme Straße nach Garua hinführt, und schließlich der nördlichste aller Fulbeorte, das mit doppeltem Wall und Graben umgebene Madagali. Hier verläßt die Straße das Gebirge, um durch die Ebene nach Dikoa zu verlaufen.
Die Fulbe haben nicht nur die Ebenen und die Gebirgsränder besetzt, sondern sind auch in das Gebirge eingedrungen, indem sie den breiten Talzügen folgten. So gelangt man von Gasaua, westlich von Marua, nach dem Fulbeort Gauar, der, nach v. Bülow, am Fuße eines Basalthügels in einer weiten Ebene gelegen ist. Dem Mao Gauar folgend, erreicht man ohne wesentliche Verkehrsschwierigkeiten einen bequemen Paß, der über den westlichen Rand des Gebirges nach Moda herüberführt. Auch auf der Hochfläche selbst befindet sich ein einsamer Fulbeposten zwischen Mubi und Marua, der Ort Barka, der von den Djihereheiden schwer bedroht wird. Auch Gauar wurde von den Heidenstämmen so belästigt, daß kürzlich Hauptmann Zimmermann einzuschreiten gezwungen war.
Am Nordende des Mandaragebirges wohnen die zu dem Kotokostamme gehörenden Mandaramit den beiden Hauptorten Mora und Dolo. Mora ist seit 200 Jahren mohammedanisch und war ein Vasallenstaat von Bornu, bis Rabbeh die Stadt zerstörte. Der Sultan unterwarf sich jedoch nicht, sondern floh in das Gebirge, von wo er den Klein- krieg fortsetzte. Jetzt ist er ein getreuer Anhänger der deutschen Regierung geworden, und die Stadt Mora entwickelt sich blühend.
Wirtschaftliche Verhältnisse und Verwaltung.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse stehen auf bedeutend höherer Stufe als in Südadamaua oder gar in dem Waldgebiete, denn mit Ausnahme der in den Gebirgen wohnenden Heiden ist die Bevölkerung mohammedanisch und besitzt daher die im Sudan herrschende islamische Kultur. Die Hauptkulturträger sind nicht die Fulbe, die entweder ausschließlich Viehzucht treiben, wie die nomadisierenden Stämme der Bororo, oder von Krieg und Sklavenjagden leben, während Viehzucht und Ackerbau von den Hörigen und Leibeigenen betrieben werden. Vielmehr sind die eigentlichen Kulturträger dieHaussa und Kanuri, die sich in allen großen Städten in erheblicher Zahl finden und auch auf dem Lande hier und da besondere Dörfer haben. Sie sind es, die sich nicht nur dem Ackerbau, sondern vor allem dem Handel und der Industrie widmen. Als Weber, Färber, Leder- arbeiter, ganz besonders aber als Kaufleute haben sie es verstanden, reich zu werden und sich den immer mehr verarmenden, untätigen Fulbeherren unentbehrlich zu machen. Ihre Karawanen durchziehen das ganze Land und tauschen die Produkte der verschiedenen Gebiete ein, ja, sie dringen bis zu den entferntesten Heidenstämmen vor.
Welchen Ursprungs sind nun die Haussa, die im zentralen Sudan immer mehr die führende Rolle übernehmen und deren Sprache als Handelssprache vom Sanaga bis zum Volta Geltung hat?
Ursprünglich waren wohl die Haussa ein hamitisches Volk, den Berbern nahestehende „Rote", die aus dem Stammlande Mr und Asben in den Zentralsudan gedrängt worden sind. Durch Vermischung mit Negern entstand das heutige Haussavolk. Sie gründeten die