12. Die Massivregiou von Adamaua.
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sind Dumbo, Kodja, Ko, Galea und Sama. An Ölpalmen reich sind die Tukmnberge. Bansso exportiert Honig, Wachs, Tabak, Baumwolle, Ziegenfelle und Mais. Kum ist die Zentrale des Kolahandels, und Kumbo ist der wichtigste aller Handelsplätze der Haussa, weil sich hier die von dem Mbamhochlande kommenden Straßen vereinigen. Für die europäischen Firmen ist aber am wichtigsten Kentü, das bereits in dem Tiefland des Sudan gelegen ist, und wohin die Haussa die erhandelten Produkte, namentlich Kautschuk, Kola und Elfenbein, vorwiegend bringen.
Bezüglich der Verwaltung können wir uns kurz fassen. Bamenda ist die Hauptstation für das Balihochland und das Nunplateau, Dschang für das Manengubahochland nebst den Posten in Mbo und Bare. Der Bezirk der Station Banjo greift noch weit nach Norden über das Gebiet Südadamauas hinaus. Umgekehrt steht es mit Joko, dem ein Teil der Sanagamulde angegliedert ist. Ngaumdere schließlich gehört zur Residentur Garua. Die wichtigsten Aufgaben sind hier, wie überall, Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten und Straßen zu bauen. So ist namentlich das Kumbohochland von mehreren neuen Wegen durchzogen, die als gute Reitwege bezeichnet werden können.
12. Die Masfwiregion Von Aöcrmcrucr.
Erreicht man, von Süden kommend, den Rand des Hochlandes von Südadamaua nördlich von Ngaumdere, so eröffnet sich einem eine neue Welt. Jäh stürzt das Plateau ab, und es folgen weite Tiefebenen mit einzelnen steil aufragenden Bergen uud Massiven. Die Fortsetzung der Hochebene von Südadamaua befindet sich gewissermaßen auf der Oberfläche der Massive, alles dazwischen gelegene Land aber scheint abgesunken zu sein. Ob es wirklich abgesunkene Schollen sind, oder ob die Erosion eine Hauptrolle gespielt hat, ist zurzeit zweifelhaft. Diese Massivregion Adamauas wird durch das breite Benue'tal in ein nördliches und ein südliches Gebiet geteilt — Mittel- und Nordadamaua. Betrachten wir zunächst das reich gegliederte mittlere Adamaua.
^. Das mittlere Adamaua.
Zwischen dem nach Gaschaka hin steil abfallenden Kumbohochlcmde und dem langen Wall des Tschebtschigebirges liegt ein Gebiet, über dessen Charakter wir zurzeit herzlich wenig unterrichtet sind. Zwar ist es von mehreren Expeditionen, so z. B. wiederholt von Flegel, ferner von Zintgraff und Maistre, durchzogen worden, dennoch besitzen wir von ihnen keine klare Beschreibung. Betrachtet man die Flegelsche Karte, so sollte man meinen, daß hier eiu 1000—1500 m hohes Plateau von der Erosion, besonders durch die Quellbäche des Taraba enorm zerschnitten sei, so daß man es als ein wildes Gebirgsland bezeichnen müsse. Die Talböden liegen anscheinend 250—400 m hoch, überragt von einzelnen 1000— 1500 m hohen Gebirgsstöcken, wie z. B. dem Dutschi-n-Alkassin. Die Wasserscheide zwischen dem Taraba und dem Mao Deo liegt nahe bei Kontscha, und zwar sind die Pässe 550— 700 m hoch. Da Kontscha 460 m, das anscheinend in einem Kessel gelegene Gaschaka aber 360 m hoch ist, so können die Wege keine bedeutende Steigung haben. Das ist in der Tat der Fall. Ja, noch mehr. Nach einer mündlichen Mitteilung von Oberleutnant Werner, dem Distriktschef von Banjo, soll das Land zwischen Gaschaka und Kontscha