Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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12. Die Massivregion von Adamaua.

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Ein merkwürdiger Fluß ist der Mao Kebbi, weil durch ihn eine Verbindung des Benue'systems mit dem Logonesystem hergestellt wird. Sein Hauptquellgebiet liegt wohl im Lakkalande, also im Kebbigneislaude. Er strömt nach Norden, bis er aus östlicher Richtung den Tüburi, den Abfluß des Tuburisumpfes, erhält.

Der Hauptfluß folgt nun der Richtung seines Nebenflusses nach Westen, um uach Bil­dung eines kleinen Sees, des Nabarat, bei Bifara gerade auf der deutsch-euglischen Grenze scharf nach Süden umzubiegen. Bei Tokiale aber wendet er sich wieder westsüdwestlich, um oberhalb Garua den Benue zu erreichen. Folgt man dem Tuburi aufwärts, so treten oberhalb des Mundangortes Binder Stromschnellen auf, die der Schiffahrt eiu Ende machen. Dann gelangt man in eine breite, sumpfige Niederung, die während der Trocken­zeit eine grüne Wiese, in der Regenzeit ein ausgedehuter See und Sumpf ist. Durch die nur etwa 250 in hohen, aber ausgedehnten Dauaberge wird der Tuburisumpf gezwungen, nach Süden einen weiten Knick zu bilden, um dann, in nördlicher Richtung aufsteigend, das deutsche Gebiet zu erreichen und in der Landschaft Wulija sich dem Logouflusse stark zu nähern. Während der Regenzeit fließt daher das Wasser bei besonders hohen: Stande nach dem Logone ab. Indessen ist ein solcher Abfluß nur vorübergehend und scheint nicht ein­mal mit Regelmäßigkeit jährlich zu erfolgen. Der Mao Kebbi erhält bald von rechts auf deutschem Gebiet unterhalb Bifara einen Nebenfluß, denMaoLüe, und wenig weiter abwärts den Mao Bulo. Diese beiden während der Trockenzeit nahezu wasserlosen Flüsse entwässern mit ihren Quellflüssen den weitaus größten Teil des Mandaragebirges, denn ihre Quellbäche entspringen nahe seinem West- und Nordrande. So zeigen diese beiden Systeme deutlich die allgemeine Senkung des Mandaragebirges von Westen nach Osten an. Sogar die Vorberge südlich des geschlossenen Mandaragebirges wie das Hossere Ssarau und der östliche Teil des Hossere Holma gehören zum Bulogebiet. Jnfolgedesseu strömen nach Süden zum Benue nur einige wenige unbedeutende Flüfse, wie die beiden bereits genannten Mao Til und Kilanje.

Auf der Westseite des Mandaragebirges beginnen bei Uba die Quellflüsse des Jadseram, der sich direkt zum Tschadsee begibt. Der nordöstliche Teil des Mandara­gebirges aber ist dem Logonsystem tributär. Der wichtigste Zufluß ist der Tsänaga, der bei Marua das Gebirge verläßt, ferner der Jegoa, der aus der Bucht zwischen dem Seladeba- uud Padögogebirge am Nordende des Mandaramassivs herauskommt und, nach Osten gewendet, ebenso wie der bereits erwähnte Jesamariwe den Logonfluß erreicht.

0. Vegetation, Tierwelt und Bevölkerung der Massivregion.

Die Vegetation der Massivregion von Adamaua unterscheidet sich wesentlich von der des Hochlandes von Südadamaua. Im Gegensatz zu den Gras­flächen und Savannen jenes Gebietes bedeckt ein lichter bis dichter Steppenbufchwald in Form der sogenannten Obstgartensteppe den größten Teil der Massivregion. Das Unter­holz ist zum Teil stark entwickelt, zum Teil aber fehlt es gäuzlich. Im Süden des Benue- Tales überwiegen die Laubbäume, die namentlich aus Kombretaceen, Tamarinden, Butter­bäumen und Akazien bestehen. Nördlich des Benue aber tritt der Dorubusch stärker hervor. An begünstigten Stellen findet fich eine richtige Parklandschaft mit Savannen, besonders an: Südrande der großen Massive, z. B. des Alantika- und Larozuges. Der Gegensatz zwischen den Buschsteppen der Massivregion und den Grasflächen des Ngaumderehochlandes ist

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