12. Die Massivregion von Adamaua.
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dürfte. Der Abfall nach Westen zum Dalamiplateau ist auch steil genug, aber doch nicht so plötzlich wie auf der Ostseite. Am Nordende des Alantika liegt das isolierte Hossere Karin vorgelagert, das etwa 700—800 m Meereshöhe haben dürfte.
Durch die 15—50 Km breite Ebene des Farotales von dem Alantikagebirge getrennt, erhebt sich das Ssarimassiv, ein nur teilweise an den Rändern kartographisch einigermaßen bekanntes Gebirgsland, dessen höchste Erhebungen vermutlich 2000 bis 2500 m erreichen. Allseitig fällt es sehr steil ab, namentlich nach Süden, zum Teil mit geschlossenen Mauern, und ähnlich scheint es im Norden zu sein. Im Osten und Westen dagegen schneiden tiefe Täler mit breiten, ebenen Talböden stark ein, wie zwischen Al- hadjin Galibu und Sfagdje auf der Ostseite, so daß es zweifelhaft erscheint, ob wirklich ein geschlossenes, einheitliches Massiv oder mehrere getrennte Stöcke vorhanden sind, ähnlich dem Alantika- und Werregebirge. Von Norden gesehen, sällt besonders der Stock des Hossere Namdji mit einer zuckerhutförmigen Spitze und einem breiten Buckel, ähnlich dem „Blauen" bei Badenweiler im Schwarzwalde, auf. Soweit bekannt ist, besteht das Ssari- Massiv hauptsächlich aus Granit, im Osten auch aus kristallinen Schiefern und Phylliten, die an Eisenerzlagerstätten reich zu sein scheinen, z. B. bei Ssagdje. Auch am Südrande treten in der Ebene und in den Vorbergen kristalline Schiefer auf.
Das Ssarimassiv ist das letzte der großen Massive südlich des Benue. Dann folgen wellige, hauptsächlich aus Gneis bestehende Ebenen von 300—400 m Meereshöhe, aus denen einige hundert Meter hohe, völlig isolierte Gebirgsstöcke aufragen, z. B. die Hossere Balda, Guli, Madei, Gurna, Rei, Kuru, Lakoi und andere. Sie alle bilden die Massiv- region von Bubandjidda. In welcher Weise diese Massivregion an das nach Norden abfallende Ngaumderehochland Anschluß gewinnt, ob dieses plötzlich gegen die Ebene endet oder allmählich in sie übergeht, ist bisher nicht bekannt. Dagegen sind wir über das Gebiet zwischen dem Rande von Südadamaua uud den beschriebenen Massiven weit besser unterrichtet.
Südlich des Alantika- und des Ssarimassivs dehnt sich eine weite wellige Ebene aus, in der einzelne Jnselberge aufragen, und die von den Quellflüssen des Faro durchströmt wird. Diese Farobucht ist zurzeit nur an den Rändern bekannt. Einst ein gut besiedeltes Gebiet, ist sie durch die Sklavenjagden der Fulbe in eine menschenleere Wildnis verwandelt worden, in der Elefanten und Büffel, Nashörner und Flußpferde iu großer Zahl zu finden sind. An der Straße von Garua nach Ngaumdere wird die Ebene stark eingeengt, weil sich einerseits ein Vorsprung des Hochlandes von Südadamaua, das Hossere Karna, nach Nordosten vorschiebt, anderseits südlich des Ssarimassives das basaltische Plateau von Körrowal erhebt. Überdies finden sich in der so entstehenden Pforte der Gebirgsstock des Hossere Bafchelbe und der schmale Wall des Hossere Durru. So gelangt man auf mehreren bequemeu Wegen in eine Bucht, die sich iu südwestlicher Richtuug in den Absall des Plateaus von Südadamaua einschneidet und von den Quellslüssen des Benue durchslossen wird — die Benuebucht. Sie ist nur in ihrem südwestlichsten Zipsel bekannt, da der größte Teil ebenso wie die Farobucht unbewohnte Wildnis ist.
L. Das Benuetiefland.
Die Jnselbergregion von Bubandjidda senkt sich in nördlicher Richtung zu einer breiten Ebene herab, die, nach Westen umbiegend, auch dem Nordrande der großen Massive