520
Kamerun.
60 em, die Länge 360 Km. Von Widemenge ist der Njong aufwärts 200 Km schiffbar. Vom Ende der Schiffahrt gelangt man in 8—12 Stunden (60 1<m) nach dem Dume, einem schiffbaren Nebenflusse des Kadei. Es wird also ein sehr bedeutendes Gebiet durch diese Bahn erschlossen. Die erste Teilstrecke (150 Km) soll bis Anfang 1911 fertig sein. Eine dritte Bahn ist von Kribi nach dem Innern projektiert, und auf Betreiben und Kosten der Batangafirmen hat eine Expedition die Voruntersuchungen ausgeführt.
0. Die wirtschaftliche Entwickelung der Kolonie.
Welche Rohprodukte, die für den Handel von Bedeutung sind, kommen nun in Kamerun vor, und mit welchem Erfolg werden sie bis jetzt gewonnen? Betrachten wir zunächst die Naturprodukte, Mineralien, tierische und pflanzliche Produkte (s. die Wirt- schaftskärtchen auf der Verwaltungs- und Verkehrskarte im Anhang).
Mineralien (s. Geologische Karte im Anhang) finden sich zwar an verschiedenen Stellen, allein zurzeit hat sich ein rentabler Abbau nirgends entwickeln können. Glimmer wird bei Esudan im Distrikt Ossidinge, auf der Wasserscheide zwischen dem Ndian, der nach Süden ins Meer geht, und dem Mun Aja, einem Nebenflusse des Croß River, gefunden. Es ist ein vorzügliches Produkt, das sehr wohl brauchbar wäre, denn die Platten erreichen eine Größe von 40—60 om. Allein wegen Mangel an Arbeitskräften ist vorläufig an den Abbau kaum zu deuken 1^12, 1908; 16^.
Magnet- und Roteisenerze treten an mehreren Punkten, so am Sanaga, bei Jabassi und an anderen Orten ^12, iso8; 29^ auf, jedoch ist der Abbau nicht lohnend. Dasselbe gilt von den Brauneisenerzen, die als Verwitterungsrückstände kristalliner Gesteine eine ungeheuere Verbreitung besitzen. G 0 ld ist sicher nachgewiesen, und zwar in einem Quarzdiorit auf dem Wege zwischen Mamfe und Tinto ^12,1908; 31^. Weitere Untersuchungen werden vielleicht erfolgreich sein. S a l z sindet sich in Quellen, die aus jungen mesozoischen oder tertiären Sandsteinen im Gebiet des Kreuzflusses über einer Lettenlage auftreten. Im Ofsidingebezirk zwischen Mamfe und der Westgrenze lassen sich drei Linien von Quellen nachweisen. Seit undenklichen Zeiten gewinnen die Eingebornen aus diesen Quellen Salz durch Einkochen und verhandeln es weithin in das Hinterland, so daß sie es zu einem gewissen Wohlstand gebracht haben. Dr. Guillemain empfiehlt der Regierung, die Salzgewinnung in die Hand zu nehmen, da sie nicht kostspielig sei und geschulte Arbeiter zur Stelle wären.
Große Hoffnungen hat man erklärlicherweise an das Vorkommen von Petroleum geknüpft ^5,1906, i; 2^. Es findet sich in Quellen, die sogar 1—2 m hohe Ölgeisire bilden, im Kamerunästuar, namentlich 8 Km östlich von Duala, bei Malende am Mungo und bei Bimbia unter Basalt. Im Ossidingebezirk treten in den genannten Sandsteinen bituminöse Schiefer auf, die möglicherweise das Muttergestein des Petroleums darstellen ^12,1908; 23^. Die Kamerunbergwerk-Aktiengesellschaft, die mit einem Kapital von 1 Million Mark ins Leben trat, hat bei Duala Bohrungen angestellt, die aber zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt haben. Daher hat sich diese Gesellschaft kürzlich aufgelöst. Da jedoch auf englischem Gebiet nahe unserer Grenze unlängst eine starke Ölquelle erbohrt worden ist, so ist die Aussicht, Petroleum auch in unserem Gebiet zu finden, gestiegen.
Jüngst hat Mansfeld bei Mamfe im Flußbett auch bedeutende Steinkohlenflöze entdeckt, die bei Hochflut freilich unter Wasser liegen. Die Kohlen sind von guter Qualität und werden wohl bald näher untersucht werden.