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Ostafrika.
Europäer nur dann gute Resultate zeitigen, wenn er durch Einführung guten Zuchtmaterials die degenerierte einheimische Buckelrindrasse auffrischen könnte ^178; 295. 125; 92^. In dem ungesunden, aber sehr fruchtbaren Unter-Konde könnte Plantagenbau auf Reis, Zuckerrohr, Kautschuk, Baumwolle, Tabak, Mais usw. reichen Gewinn bringen.
Für eine umfangreiche europäische Besiedelung ist freilich Kondeland zu klein und außerdem zu dicht von Eingebornen bewohnt ^178; 295^, und Arbeiter müßten die Wassangu, Wanjika und ähnliche Stämme abgeben, die mehr Erwerbssinn haben als die bequemen und nicht ausdauernden Wakonde. Voraussetzung für ein wirkliches Gedeihen wäre auch hier immer die Möglichkeit, die über den rohen Lebensunterhalt hinaus erarbeiteten Produkte auf den Markt zu bringen. Das ist jetzt weder auf dem Landweg Wiedhasen-Kilwa noch auf dem Wasserweg Schire-Sambesi möglich, da beide Transporte zu lang und zu teuer sind. Erst der Bau einer deutschen Südbahn (S. 373) kann hier Wandel schaffen.
4. Das Livingstonegebirge.
Unter dem Namen Livingstonegebirge verstehen wir nicht bloß die dem Njassa zunächst gelegene östliche Randkette, sondern die ganze 60—70 Km breite Hochlandscholle, die vom Ruaha- und Ubenagraben im Norden zum Ruhuhudurchbruch im Süden und Südosten, und vom Njassa im Westen zum Wangonihochland im Osten reicht ^178; 426^. So ist das Livingstonegebirge auf allen Seiten, mit Ausnahme der mittleren Ostabdachung, wo es allmählich zum Wangonihochland abfällt, von steilen Grabenrändern begrenzt. Auch das Gebirge selbst ist von Brüchen durchzogen, die unter anderem an Trümmergesteinen erkenntlich sind und sich durch häufige Erdbeben bemerklich machen W; 65, 122. 41, 1903; 119^.
Das Livingstonegebirge gliedert sich in mehrere Parallelketten aus Gneis, deren Kämme und Täler in der Streichrichtung ihrer Schichten dem Njassagraben im allgemeinen parallel laufen. Die mächtigste von ihnen ist die Njassa-Randkette, die in der felsigen, 2243 iri hohen Doppelkuppe des Djamimbi (Tschamembe) ihre höchste Erhebung hat. Wie diese Kette, so steigt das ganze Livingstonegebirge von Süden nach Norden immer höher an, bis es im Bergrücken des Kipengere-Pikurugwe im Osten des Eltonplateaus seine größte Gipfelhöhe (Jantowe 2977 iri) erreicht. Dort, wo die Parallelketten des Gebirges an seinem Nordende sich in dem welligen Tafelhochland des Eltonplateaus (S. 365) vereinigen, ist das Gestein des Gebirges nicht mehr Gneis wie weiter südlich, sondern rötliche, steilaufgerichtete Glimmer- und Tonschiefer, die weithin von horizontal gelagerten Quar- ziten, Sandstein- und Konglomeratschichten überdeckt sind >W; 437. 178; 430, 431^.
Die schroff aufsteigende unwirtliche westliche Randkette ist fast unbewohnt; in den Tälern, wo die Bäche und Flüsse brausen, steht noch viel Wald. Aber wenn wir von Alt-Langenburg her durch dieses zerrissene Randgebirge in jähem Ab- und Wiederausstieg weiter nach Osten wandern, kommen wir an eine andere, noch höhere Bergkette, in der es keine zackigen, jähen Felsgrate mehr gibt, sondern breite, runde Rücken mit steilen Seitenhängen, die zu tiefen Tälern absinken. Hier ist alles bedeckt mit dichtem blumigen Grasteppich, den nur in den Tälern einzelne Bänder von altem Hochwald unterbrechen. Hier haben die von den einstigen Überfällen her verschüchterten Wakinga ihre kleinen Dörfchen erbaut und mit ihren sorgfältig bestellten, roterdigen Feldern die grüngrasigen Berghänge schachbrettartig überzogen. (S. Taf. 20, Bild 1.) Östlich davon streben die Kidugalaberge als eine schärfer ausgeprägte, dritte Parallelkette zu fast 2500 in empor; es ist die Ostkette