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Ostnfrika.
Urambia zu nennen. Sie gehört nur nördlich des Songwe zum deutschen, südlich davon aber zum britischen Territorium. Deutsch-Urambia ist eine im Norden großenteils ebene und mit Savannen („Parklandschaft") bedeckte, im Süden aber meist bergige, steinige und mit dürrem Buschwald bewachsene Landschaft von durchschnittlich 1400 m Höhe ^178; 472, 478^. Im Gegensatz zu dem feuchten, bergigen Nachbarland Bundali, das die vom Njassa kommenden Niederschlüge auffängt, liegt Urambia im Regenschatten, so daß sein trockener Boden nur wenig Frucht trägt und schwach bewohnt ist. Zum Schutz gegen die früher häufigen feindlichen Einfälle der Wawemba und Wangoni wohnen die Einwohner, wie die des Njassa-Tanganjikaplateaus, in kleinen, burgartig von Palisaden und Gräben umhegten Dörfern, in denen auch noch das Vieh Platz finden muß. Bloß in der warmen Songwe- niederung gibt es dort etwas Bananenbau.
Ganz anders ist die Nachbarlandschast Bundali (Untali) beschaffen. Das zwischen dem Njassa-Songwe und dem Kiwira sich erhebende Bundalibergland gehört tektonisch und orographisch zu dem Bund ali-Malila-Unjika-Horst (S. 354), aber sein Klima, seine Abdachung, sein hydrographisches Netz, seine Vegetation, seine ethnographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse weisen es dem Njassagebiet zu. Fülleborn rechnet es darum zum angrenzenden Konde-Oberland, mit dem es viel Ähnlichkeit hat ^178; 274^. Bundali ist aber ein viel stärker durch Bäche und Flüsse zerschnittenes Bergland als das plateauartige Ober- Konde. Aus seiner durchschnittlichen Höhenlage von 1300—1600 iri erhebt es sich in einzelnen Gipfeln bis über 2000 in. Dank der reichen, durch die südlichen Passatwinde vom See herübergebrachten Niederschläge ist der rotlehmige Gneisboden außerordentlich fruchtbar, wie die trefflich gedeihenden Felder und die üppigen Bananenhaine erweisen ^125; 82I.
Mit den einstigen Waldbeständen hat die dichte Bevölkerung Bundalis gründlich aufgeräumt, so daß Grasland vorherrscht, aber auf den Bergwiesen gedeiht das Rindvieh, der Stolz der Wandali, vorzüglich ^125; 83^. Neben der Viehzucht wird Ackerbau auf Bananen, Mais, Bohnen (^nassoluZ), Bataten getrieben; die Eleusinehirse dient der Pombebereitung. Kulturell sind die Wandali den benachbarten Kondeleuten sehr ähnlich, weshalb wir sie mit jenen zusammen betrachten.
Nach Südosten geht das Bundalibergland allmählich in eine Hügelzone über, deren höchste Erhebung der Jwogo-Kawolorücken ist. Auf diesem Osthang finden wir klastische Gesteine (Sandsteine, Schiefertone, Letten, Kalke), die der Karrooformation angehören. Diese Schichten sind uns besonders interessant, weil sie in ihrer liegenden Partie eine k 0 h l e n f üh r e n d e Zone enthalten, die dort ca. 20 m mächtig ist 88, 134,139^. Die Steinkohlen sind darin in Bänken von 2—5 m Dicke enthalten und geben eine gute Feuerkohle. Der Abbau würde auf keinerlei Schwierigkeiten stoßen und könnte leicht sieben Jahre lang eine Jahresmenge von 50,000 Tonnen produzieren j^41,1903; 126^. Wirtschaftliche Bedeutung wird aber das Kohlenvorkommen erst gewinnen, wenn eine den Transport verbilligende Eisenbahn zum Njassa führt oder wenn eine Montanindustrie im Seegebiet entstanden sein wird, zu welcher vielleicht die Eisenerze in den östlichen Randlandschaften den Grund legen könnten.
3. Das Kondeland.
Aus dem kohlenführenden Hügelland geht Bundali nach Südosten in die Alluvialniederung von Unter - K 0 nde über. Unter - Konde ist die Schöpfung der vielen aus der Gebirgsumrahmung herabkommenden Flüsse, die beim Eintritt in das Niederland