17. Das Zwischenseengebiet. — Mpororö.
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Wesens" bewundert ^366; 325^. Die Weiber zeichnen sich durch auffallend schöne Körperformen aus. Den Wahuma gegenüber ist die alteingesessene Bantubevölkerung, die sich selbst Wahororo oder Wanjambo nennt und von den Wahuma Wcn'ru oder Weru (Hörige) genannt werden, untersetzt von Gestalt, muskulös, breitgesichtig, dunkelfarben. Es sind genügsame, leicht zu behandelnde Menschen, die mehr für ihre Wahumaherren als für sich arbeiten 1^337; 73Z. Die Gesamtbevölkerring von Deutsch-Mpororö belief sich Anfang des Jahrhunderts auf etwa eine Viertelmillion.
Wahuma und Wahororo tragen den über die eine Schulter geknüpften Ledermantel aller Wahumastaaten und als Waffen dieselben Speere, Bogen und Pfeile wie die übrigen (S. 307). Ihre kegelförmigen Strohhütten vereinen fie zu kleinen Gehöften oder auch größeren Dörfern, aber stets sind die der Wahuma von denen der Wai'ru getrennt W2; 207^. Die ersteren sind meist von einem Verhau zur Bergung des Viehes umhegt, wogegen die Wai'ru ihre Weiler in wasserführenden Talmulden anlegen und sie mit Bananenhainen umgeben, neben denen die Berghänge oft bis auf die Gipfel mit Feldern von Erbfen, Eleusinehirse, roter Mtamahirse, Bohnen, Mais, Bataten, Tabak, Kürbissen bestellt sind.
Einst verstanden es die Wahumaherrscher Mpororös, durch eine mystische Verschleierung ihrer Person sich beim Volk ein göttliches Ansehen zu geben, wie denn die Königinnen Njawingi und Mhumse nie anders als in einem verhüllten Korb sitzend mit anderen Menschen sprachen. Von den früheren kriegerischen Tugenden, die die Wahuma in den Zeiten ihrer Erobernngszüge doch besessen haben müssen, ist nichts mehr zu bemerken. Die lange friedliche Entwickelung hat sie allmählich zu friedliebenden Viehzüchtern gemacht, die gänzlich in der Pflege ihrer Rinderherden aufgehen und nicht einmal für Jagd Interesse haben; diese überlassen sie wie den Ackerbau den Wahororo (Wai'ru).
Wirtschaftlich ist das abgelegene Mpororö noch weit im Rückstand. Der Hauptverkehr von Mpororö geht jetzt am Kagera entlang nach Kifumbiro und weiter nach Bukoba am Victoriasee. Er ist bei der großen Entfernung des Landes von der Küste nur gering und wird erst dann eine größere Entwickelung nehmen, wenn dort europäische Besiedeluug Fuß gesaßt haben wird, wozu sich das westliche, gebirgige Mpororö in mehreren Teilen eignen wird W1; 22, 24. 187; 659^.
3. Ruanda.
Das Hochland R u a nda, das vom mittleren südnördlichen Kageralauf im Osten bis zum Zentralafrikanischen Graben im Westen reicht, ist die westlichste, höchste Scholle des Zwischenseengebietes. Wie das Land im ganzen Zwischenseengebiet, so besteht auch die Ruandascholle hauptsächlich aus Tonschiefern und Quarziten, die, wie einzelne Erosionsaufschlüsse zeigen, über Gesteinen der Granit- und Gneisformation liegen, eine NNO-SSW- Streichrichtung der Schichten haben und steil nach Westen einfallen. Eine braune eisenschüssige und oft lateritische Verwitterungsschicht bedeckt auch hier weithin die Oberfläche.
Au der Nordgrenze bilden die Kirungavulkangruppen einen mächtigen Grenzwatt, dessen natürlicher Konfiguration leider die politische deutsch-kongolesische Grenze noch nicht gerecht geworden ist (S. 22). Von der Ostgrenze steigt das Land westwärts zuerst ganz allmählich auf, von der Mitte an aber, d. h. von dem südnördlichen Akanjarutal an, in schneller und starker Hebung bis zum Rande des Zentralafrikanischen Grabens. Von dem nur etwa 1300 hoch gelegenen mittleren Kageratal erreicht man im steilen Aufstieg das östliche Ruandaplateau bei etwa 1500 m Höhe. „Wie der Wall einer Riesenfestung, oben