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Ostafrika.
zu einem anmutigen geordneten Lande" gemacht werden könne >^Jm dunkelsten Afrika, ii, 401^, eine absurde Renommisterei. Aber anderseits ist auch der Ausspruch eines hervorragenden deutschen Beobachters, daß „vom Lande Ugogo nichts zu hoffen ist, oder man müßte gute Erde von der Küste hintragen" ^275; 192^, viel zu pessimistisch. Wir müssen nur unsere planvolle Arbeit hineintragen, so wird sie selbst von dem verrufenen Ugogo nach seinen Kräften, die wir oben kennen gelernt haben, gelohnt werden.
15. Acts zentrale FlcrfeLtcrnö.
l. Groß-Unjamwesi.
Die größte der natürlichen Landschaften Deutfch-Ostafrikas und die trotz ihrer Größe einheitlichste in bezug auf Oberflächengestalt, geologischen Bau, Klima, Vegetation, Bevölkerung usw. ist das zentrale Tafelland von Unjamwesi. Darunter verstehen wir nicht nur den politischen Bezirk Unjamwesi, sondern das ganze zentrale Hochplateau Deutsch-Ostafrikas, das im Osten von Ugogo und dem Wembäregraben, im Norden von der Wasserscheide zum Victoriasee, also von Ussukuma und Usindja, begrenzt wird, im Westen vom Zentralafrikanischen Schiefergebirge, im Südwesten vom Rukwagraben und im Süden vom Ruahagraben (Ussangu). Es umfaßt also außer dem politischen Bezirk Unjamwesi mit dem Zentrum Tabora auch die ringsum auf dem zentralen Plateau liegenden Landschaften einschließlich der Randlandschaften Ujansi im Osten, Ussumbwa im Norden, Uha, Ukumbi, Ugala, Ukonongo im Westen, Ukimbu und Jtumba im Süden. So fassen auch P. Reichard und Dantz „Groß-Unjamw esi" auf s35; 371. 41, 1902; 62^.
In dieser Ausdehnung, die in der größten Nordsüdlänge ca. 600 Km, in der größten Breite ca. 360 mißt, stellt sich das Land als eine ungeheure wellige Fläche dar, die nur hier und da von größeren Hügelreihen besetzt ist, aber zahllose niedrige Felskuppen und Felsrücken trägt, die einzeln über das Land verstreut sind. Etwas höhere Berge erheben sich nur im Nordwesten. Diese riesige Fläche liegt durchschnittlich 1100—1300 m über dem Meer, am höchsten im Norden und in der meridional laufenden Mittelachse, in Ussumbwa und im eigentlichen Unjamwesi, dem „Dach" Ostafrikas, von dem die Gewässer nach allen Seiten abfließen, durch den Victoriasee und Nil zum Mittelmeer, durch den Kongo zum Atlantischen Ozean und durch den Rufidji zum Indischen Ozean.
Bei weitem der größte Teil dieses mächtigen Tafellandes scheint aus Granit zu bestehen; aber ganz sichere Angaben hierüber sind noch nicht möglich, da das anstehende Gestein meist mit einer dicken Verwitterungsschicht von Sand, Rotlehm, Latent usw. bedeckt ist, und da dort, wo anstehendes Gestein zutage tritt, die petrographische Beschaffenheit es oft schwer als Granit oder als Gneis definieren läßt. So viel ist gewiß, daß im mittleren Gebiet des Tafellandes, im eigentlichen Unjamwesi, Granit das vorherrschende Gestein ist, daß aber dazwischen immer wieder Gesteine von gneisartigem Habitus angetroffen werden 6i. 41, 1902; 59^. Eine einfache „Granittafel" ist also das große Unjamwesiplateau nicht, doch tritt der Granit in den für ihn charakteristischen konzentrisch-schaligen Verwitterungsformen mächtiger runder Blöcke so oft an die Oberfläche, daß diese Hügelrücken aus aufeinander gehäuften „Wollsäcken" der ganzen Landschaft ihr Gepräge geben (s. Taf. 14, Bild 1).