11. Das südliche Randgebirge. — Matumbi.
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Alluvialböden am ausgedehntesten sind und die der Pflanze günstigste Wärmemenge, Windschutz und Bodenfeuchtigkeit vorhanden sind s125; 53^.
Für dauernde europäische B esied elung ist das Wangoniland mit seiner mittleren Höhe von 1000 m im Süden und ca. 1400 m im Norden nicht hoch genug. Malaria kommt überall vor, und die Tageshitze erschlafft den Weißen. Sehr viel besser eignet sich für europäische Besiedelung das nördlich an Schabrumas Gebiet anstoßende hohe, zu Ubena gehörige Mbejeraland, besser auch als Kinga, Bucmji, Matengo, die wir später (S. 370— 372) kennen lernen werden ^125; 10^. So sind Negerkultur und in beschränktem Maße europäisch geleiteter Plantagenbau die beiden Wirtschaftsformen, in denen die Zukunft des Wangonilandes liegt. Aber beide bedürfen zu ihrem Bestehen einer sicheren, schnellen, billigen Verbindung mit dem Küstengebiet und dem Ozean, d. h. einer Südbahn.
2. Matumbi.*
Im Norden setzt sich das Hochland von Ungoni jenseits vom Schabrumagebiet Nord- Hanga in die Landschaft Matumbi fort, die zum Reich des einstigen Wabenasultans Saggamaganga gehört. Diese Landschaft wird im Norden von: Ruhudje begrenzt, aber Saggamagangas Reich erstreckt sich darüber hinaus und über die Landschaft Massagati, die zum Uhehehochland hinanführt. Wie Mharulis Land von Schabrumas, so ist Ungoni von Matumbi durch eine breite Bufchwildnis getrennt, die wie dort als eine wirksame politische Grenzzone unbewohnt gelassen wird.
In noch höherem Maß als das Schabrumaland ist Matumbi ein stark zerrissenes Gebirgsland mit engen Tälern und zahllosen Wasserläufen und fruchtbarem Boden. Seine Höhe ist geringer als die des Schabrumaland es und schwankt zwischen 800 und 1300 m 1^178; 174^ es ist die Abdachung des nördlichen Wangonihochlandes zum Ruhudje, dem auch alle Gewässer Matumbis zufließen. Der Ruhudje selbst stürzt vom Mbejera- Hochland in zahllosen Schnellen und Fällen zu der nur 300—400 rri über dem Meer liegenden Niederung zwischen Matumbi und Massagati hinab, um dann nordöstlich von diesen Bergländern in die weite Ulangaebene hinauszuströmen (S. 147). Wie die Finger einer Hand, laufen auch die Bergrücken Matumbis, immer niedriger werdend, in die Ulanganiederung hinaus ^159; 85^.
Matumbi hat ein seiner relativ geringen Höhenlage und seiner Ostexposition entsprechendes warmes und regenreiches Klima. Regen fällt das ganze Jahr hindurch reichlich. Demgemäß ist es, namentlich in den Tälern, viel stärker mit hochstämmigem Wald und dichtem Unterholz bewachsen als die höheren Plateauländer und an den Berghängen oft mit Bambusdickichten bedeckt, während die obersten Bergeshöhen meist trockenen Busch und Buschwald tragen. In den Wäldern ist die Kautschukliane I^näolxliia noch ziemlich häufig. Auch Elefanten kommen noch vor.
In seinem äußeren Landschaftscharakter erinnert Matumbi sehr an das Algäu W3; 28^. Leider aber ist dieses schöne Bergland nur spärlich bevölkert und wenig bebaut. Im ganzen wird es nur A—4000 Einwohner haben, von denen die meisten in der Umgegend des Hauptortes Jfinga, der ehemaligen Residenz des Häuptlings Saggamaganga, sitzen. Auch hier ist der ewige Kriegszustand zwischen den Wangoni und den Wabena und Wahehe an der Entvölkerung des Landes schuld, und durch den Aufstand der Jahre 1905—07 haben
* Nicht Zu verwechseln mit den Matumbibergen im Hinterland von Kilwa (S. 132).
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