Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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10. Das nördliche Küstenhinterland. Ukaini. Nlugmu.

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Sehr gut eignen sich die Alluvialböden der Niederungen für den Anbau von Baum­wolle. Vor allem die Kissakiebene dürfte einer der besten Baumwolldistrikte Deutsch-Ost- afrikas sein; aber das mörderische Sumpfklima mit Malaria und die UnHaltbarkeit von Rindern und Efeln wegen der Tsetsefliege erschweren die Kolonisationsarbeit in hohem Grad.

3. Mmni und Nluguru.

Im Norden geht Khutu in die hügelige und ebene Landschaft Ukaini über, aus der sich schroff und massig der isolierte Ulugurugebirgsstock emportürmt. Ukaini umlagert die Uluguruberge im Norden und Nordosten, reicht im Norden bis nahe an den oberen Ngere- ngerefluß, wo es an die Landschaften Useguha und Ukwere angrenzt, und im Osten über den unteren Ngerengere ostwärts bis an den mittleren Kingani.

Das ebene östliche Ukami, das mit lichter Buschsteppe bewachsen ist wie Ukwere und wie dieses von jurassischen Schichten durchzogen wird, steigt vom Ngerengere an westwärts stetig zu einer Hügellandschaft an, der einzelne Jnselberge und -bergzüge vorgelagert siud, so der Gongarogwarücken, der Luhakwi, Kungwe, Fulwe und andere ^189; 211, 213, 214. 41, 1902; 38, 4i, 46^. Das Hügelland wächst nach Westen allmählich zu 500600 m Höhe an, worauf sich plötzlich die gewaltige Bergmasse Ulugurus zu mehr als 2400 in emporschwingt. Auf der Westseite des Ulugurumassivs begleitet eine ebensolche Vorberg- zone das Hauptgebirge. Dieses einen großen Teil des niederen Ukami ausfüllende hügelige bis bergige Vorland östlich, nördlich und westlich vom Ulugurugebirge ist, wie ein Blick auf unsere geologische Karte lehrt, großenteils aus Gesteinen der Jura- und Karroo- formation ausgebaut. Die Westgrenze dieser älteren Sedimentärbildungen, deren Schichten alle flach gelagert sind, aber leicht nach Osten einfallen, stellt wahrscheinlich eine Ver- werfung dar, auf deren Westseite der Gneis oft unverhüllt zutage tritt. Meist aber tragen die verschiedenalterigen Formationen eine ausgebreitete Decke von jungen sandigen und lehmigen Deckschichten >M; 453. 41, 1902; 47^, die in einzelnen Jnselbergen, wie in dem 1230 in hohen Mindnberg, dem ca. 1050 m hohen Nguruja Ndege und anderen, vom Gneisuntergrund durchragt werden.

Gneis ist auch das Zentralmassiv des Ulugurugebirge s. Dieses Gebirge, das die Westhälfte der Landschaft Ukami bildet, kann selbst als eingewaltiger Repräsentant der Jnselberge" betrachtet werden W; 453^. Wie eine Insel ist es dem östlichen Ussagara vorgelagert, das durch die breite Niederungsebene des Mtataflufses von ihm getrennt ist. Aus der ca. 400 m hoch gelegenen Mkataebene erhebt sich das Gebirge äußerst schroff und unvermittelt im Nordwesten zur stolzen Höhe von fast 2500 m, während nach Süden und Osten der Abfall viel sanfter und von zahlreichen Quertälern durchfurcht ist. Seine Gesteins­schichten, die alle dem Biotit- und Hornblendegneis angehören, streichen von Südsüdwest nach Nordnordost und fallen nach Ostsüdost ein ^189; 210, 212. 40; 313^; und dieser Streich­richtung folgen die größten Flußläufe des Gebirges in seinen Längstälern, während von den Gebirgsrändern her kleinere Gewässer durch Rückwärtserosion viele Quertäler ein­geschnitten haben, die zusammen mit den Längstälern das Gebirge in eine nördliche Hälfte mit schroffen Gipfeln und tiefen Tälern und in eine südliche Hälfte mit einem plateau- förmigen Zentralmassiv (Lukwangule, 2420 in) und diesem angegliederten steilen hohen Berggruppen teilen. Das ganze Gebirge ist so zerschnitten, daß man mit Ausnahme des Lukwanguleplateauskaum einen Fuß breit ebenen Landes antrifft" ^189; 215). Vermöge